Rückblicke


Nachruf für Gisela Berkholz
Am 14. Juli 2022 verstarb nach langer Krankheit und dennoch für uns alle überraschend, unsere Kolpingschwester Gisela Berkholz, geb. Dachner, im Alter von 86 Jahren.
Sie war über 40 Jahre Mitglied unserer Kolpingsfamilie. Solange es ihr möglich war, hat sie sich stets in das Gemeindeleben eingebracht. Wir haben viel mit ihr erlebt und sind dankbar für die gemeinsamen Jahre und schönen Stunden.
Von Herzen erbitten wir für sie den himmlischen Frieden und die ewige Freude bei Gott.


Kolpingsfamilie „Mariä Geburt“ Viereck


Beerdigung von Pfarrer i.R. Johannes Ruhl

Herr Pfarrer Malesa und 13 Mitglieder unserer Kirchengemeinde nahmen am 13. Juli 2022 um 10:00 Uhr am Requiem in St. Marien in Biesenthal teil. Im Anschluss wurde Pfarrer Johannes Ruhl auf dem Friedhof in Biesenthal beigesetzt. Mit Herrn Weihbischof Heinrich, vielen Geistlichen und Wegbegleitern fand in der katholischen Kirche von Biesenthal ein feierliches Requiem statt. Viele Gläubige waren aus Biesenthal und weiteren Gemeinden seines Wirkens gekommen, um Pfarrer Ruhl auf seinem letzten Weg zu begleiten. Das Leben und Wirken von Pfarrer Ruhl wurde in der Predigt durch den Ortspfarrer und von Herrn Weihbischof Heinrich sehr eindrucksvoll beschrieben und gewürdigt. Nach den Trauerfeierlichkeiten wurden alle Anwesenden, so hatte es Pfarrer Ruhl gewünscht, zu einem Mittagsessen nach Lobetal eingeladen. In vielen Gesprächen wurde an das Gemeindeleben unter Pfarrer Johannes Ruhl zu DDR-Zeiten erinnert. Auch über frohe und gesellige Ereignisse, besonders in der Kinder- und Jugendarbeit, wurde berichtet.
Über das Wirken von Pfarrer Johannes Ruhl in den Gemeinden, besonders in Hoppenwalde, berichtet die „Vita“, die auf unserem Gabentisch zum Mitnehmen ausliegt. Unserer Pfarrgemeinde wurde ein Erinnerungsfoto von Pfarrer Ruhl überreicht, das im Pfarrhaus einen würdigen Platz finden wird.

 

Nachruf für Pfarrer i.R. Johannes Ruhl
Am 24. Juni 2022 rief Gott der Herr, Pfarrer Johannes Ruhl im Alter von 96 Jahren und im 64. Jahr seines priesterlichen Dienstes zu sich. Am 27. Dezember 1958 wurde Johannes Ruhl zum Priester geweiht. Er war in seiner Kaplanzeit in der Pfarrei St. Michael Berlin Mitte/Kreuzberg, in der Pfarrei St. Hubertus Petershagen bei Berlin und in der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit in Stralsund eingesetzt. 1965 wurde er zum Priester in der Gemeinde Mariä Himmelfahrt in Hoppenwalde berufen. 1980 übernahm Pfarrer Ruhl die Gemeinde St. Marien in Biesenthal. Dort wirkte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1991. Seinen Ruhestand verbrachte Pfarrer Johannes Ruhl in Fredersdorf-Nord bei Berlin in seinem Elternhaus. Während seines Ruhestandes übernahm er an vielen Orten, so lange er es gesundheitlich konnte, Gottesdienstvertretungen.
Das Requiem war am 13. Juli 2022 in St. Marien in Biesenthal. Die Beerdigung fand im Anschluss auf dem Friedhof der Stadt statt. Wir wollen im Gebet dem Verstorbenen gedenken. Auszug: www.erzbistumberlin.de

 

Nachruf für Pfarrer i. R. Josef Scholz
Am 15. Mai 2022 rief Gott, der Herr, Pfarrer i. R. Josef Scholz im Alter von 85 Jahren und im 59. Jahr seines priesterlichen Dienstes zu sich.  Josef Scholz fand nach dem Krieg mit seiner Mutter und seinen Geschwistern ein neues zu Hause in Ueckermünde. Dort verbrachte er seine Schulzeit und Jugend. Am 30. Juni 1963 wurde Josef Scholz zum Priester geweiht. Er war in seiner Kaplanzeit in der Pfarrei St. Martin Berlin-Kaulsdorf, in der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit Berlin und in der Pfarrei Mariä Unbefleckte Empfängnis in Perleberg eingesetzt. 1973 wurde ihm der Titel Pfarrer verliehen und er wurde Kuratus der Kuratie St. Elisabeth Brandenburg-Görden. Im September 1988 wurde Josef Scholz zum Pfarrer in Wittstock ernannt, zehn Jahre später zusätzlich zum Pfarradministrator der Pfarrei St. Anna in Pritzwalk sowie der Kuratie Maria Hilf in Meyenburg. Von August 2000 bis Ende Dezember 2006 wurde er zusätzlich Standortpfarrer im Nebenamt am Standort Wittstock/Dosse. Anfang August 2009 begann für Pfarrer Josef Scholz die Zeit des Ruhestandes, in dem er sich so lange ihm dies möglich war, aktiv in das Leben der Gemeinde einbrachte. Das Requiem war am 10. Juni 2022 in der Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit in Brandenburg an der Havel. Die Beisetzung fand auf dem dortigen Neustädtischen Friedhof statt. Wir wollen dem Verstorbenen im Gebet gedenken. Auszug: www.erzbistumberlin.de

 

Gudrun Thiessen-Zeipelt


„Geht’s noch - (Über)leben auf der Erde!“ Religiöse Kinderwoche 2022

In der ersten Sommerferienwoche fand in Löcknitz die fünfte RKW statt. Dieses Jahr beschäftigten wir uns mit der Schönheit der Natur, aber auch mit den Bedrohungen und der Vernichtung natürlicher Lebensräume.

Vom 04.07.- 08.07.2022 richteten Kinder und Jugendliche ihren Blick auf den derzeitigen ökologischen Zustand der Erde. Deutsche, polnische und ukrainische Kinder aus Rollwitz, Torgelow, Ueckermünde, Löcknitz und Umgebung – insgesamt 52 Teilnehmer verbrachten eine spannende Woche im BZ mia Löcknitz.

Jeden Tag gab es nach dem gemeinsamen Frühstück im Freien eine schauspielerische Darstellung, vorbereitet von Jugendlichen, die sich in Potsdam vorbereitet haben. Die Rollen der Darsteller übernahmen bravourös Zosia M., Clara und Gabriel. Anschließend wurden die Tagesthemen in vier Gruppen umgesetzt und mit Schaubild, Rollenspielen und kreativen Aufgaben gestützt. Vor allem wurde aber getobt, gelacht, gesungen und gespielt. Für das leibliche Wohl zur Mittagszeit sorgten das Restaurant „Hotel am See“, die Gaststätte „Dreblow“ und die Feuerwehr Löcknitz.

Am ersten Tag ging es um das Leben - um alles, was sich auf der Erde bewegt, wächst und amtet. Somit versuchten wir auf vielfältige Art und Weise unsere Umwelt zu entdecken, sowohl bei der Tageseinheit, als auch beim Spaziergang zur Burg. Der Nachmittag wurde vom Atelier an der Burg gestaltet. Die Kinder griffen bei der Glasmalerei Motive aus der Schöpfung auf. Auch unser Tagesheld „Der Steinkauz“ durfte nicht fehlen. Die jugendlichen Teilnehmer nahmen am Fusing-Kurs teil. Herzlichen Dank an Fam. Kothe, die uns zusätzlich mit leckerem „Burg-Kuchen“ verwöhnte.

Betroffenheit rief der große Müllberg am zweiten Tag im BZ mia hervor. Hier erfuhren die Teilnehmer, dass sich unsere schöne Natur in einer Krise befindet. Die Kinder wurden für Ursachen und Auswirkungen der Krise sensibilisiert. Plastiktüten, Müll vom Vortag, Kartons und Dosen zeigten das Ausmaß unseres unbedachten, alltäglichen Handelns. Die Teilnehmer überlegten in Gruppen wie man mit kleinen Schritten dem entgegenwirken kann. Der Spaß und die Freude kamen aber an diesem Tag auch nicht zu kurz – denn am Dienstag stand der Badespaß auf der Agenda. Danke an Frau Uffmann, Frau Wittkopp und Frau Orschinack, die für Sicherheit beim Schwimmen sorgten und einigen Teilnehmern das Erlangen einer Schwimmstufe ermöglichten.

Am dritten Tag „ging uns ein Licht auf“ und wir probierten verschiedene Herangehensweisen aus, wie man dem Ziel näher kommen kann: es wurden z.B. Shakes aus altem Obst und Seife aus Naturmaterialien hergestellt. Den Nachmittag verbrachten wir bei der Löcknitzer Feuerwehr und erkundeten mit Herrn Lückert die Wiesen. Vielen Dank!

Am vierten Tag wurde das Erlebte der Woche reflektiert und überlegt, wie die ökologische Verantwortung auch nach der Kinderwoche übernommen werden kann. Die Kinder bastelten Segensbändchen aus Perlen und präsentierten das Erlebte bei einer Andacht ihren Eltern.

Im Anschluss an die RKW gab es eine deutsch-polnische Sprachreise nach Berlin.

Ohne zahlreiche Helfer, Befürworter und dem Vorbereitungsteam wäre dies alles nicht möglich gewesen. Dieses Jahr betreuten die Gruppen folgende Tandemleiter: H. Warnke und R. Wree (gelbe Gruppe), J. Laufer und Pfr. Malesa (blaue Gruppe), D. Pietralla und J. Wolska-Boniecka (grüne Gruppe), K. Wildner-Schipek (rote Gruppe).

Ein großer Dank geht an unsere TeamerInnen und HelferInnen: DANKE an Kinga, Clara, Gabriel, Zosia Sz., Zosia M., Lenny, Vincent und Stefanie. Ein großer Dank geht an unser Frühstücksteam mit J. Blödorn, das Caritas-Regionalzentrum Pasewalk für die Bereitstellung der Bastelmaterialien und natürlich an unsere Gemeinden.

Die Religiöse Kinderwoche wird vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken e.V. gefördert.

Auch nächstes Jahr findet die RKW in der ersten Sommerferienwoche statt. Wir freuen uns auf Euch!

 

Klaudia Wildner-Schipek


„Tag der Sinne“ Kreativer Projekttag für geistig und körperlich behinderte Menschen

„Wenn alle Menschen dabei sein können, ist es normal verschieden zu sein. Egal wie man aussiehst, welche Sprache man sprichst oder ob man eine Behinderung hat. Jeder kann mitmachen“. Das ist auch die Grundlage der Inklusion, die bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört.

Im Frühling bereitete das Team des BZ mia zwei Projekttage für körperlich und geistig behinderte Menschen vor. In der ersten Projekteinheit stand das kreative Gestalten, der Umgang mit Materialien, das Erleben des Gestaltungsprozesses im Mittepunkt. Aufgrund von Corona- Erkrankungen konnten die Bewohner der Boocker Einrichtung nicht ins BZ mia kommen. Dafür haben wir kreative mia-Taschen mit Naturmaterialien, Gräsern, Frühlingsblühern und dekorativen Elementen zusammengestellt und in die Einrichtung gebracht. Die farblich und liebevoll gestaltete Anleitung, ermöglichte den Teilnehmern die Anfertigung wunderschöner Frühlingsgestecke.

Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung sind oftmals empfindsamer und fühlbarer im Umgang mit neuen Eindrücken. In der zweiten Projekteinheit konzentrierten wir uns auf Klänge und die akustische Wahrnehmung. Das Begegnungszentrum mia besuchten Schützlinge der Gemeinnützigen Werk- und Wohnstätte GmbH. Unter der Leitung von J. Wolska-Boniecka wurden Lieder gesungen, Instrumente angefertigt und ausprobiert. Nach einer kleinen Stärkung stand „body perscussion“ auf der Agenda. Nach der Mittagspause und einem Waldspaziergang wurde sogar „das Tanzbein geschwungen“. Es war ein wunderschöner und erlebnisreicher Tag. Danke an A. Schmidt und seine Gruppe.

Das Projekt wurde im Rahmen der Projektreihe „Über die Welt staunen“ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ über den Kreisjugendring gefördert.

 

Klaudia Wildner-Schipek

BZ mia Löcknitz


Musik- und Theaterprojekt „Wie toll hast Du unsere Welt gemacht“

Vom 9. März bis zum 16. Juni 2022 haben wir das Theater- und Musikprojekt mit dem Titel "Wie toll hast Du unsere Welt gemacht" durchgeführt. An dem Projekt nahmen 15 Kinder im Alter von 7 und 10 Jahren teil. Die Musik- und Theater AG für Kinder wurde letztes Jahr gegründet. Das Projekt ist Teil der Projektreihe „Über die Welt staunen“ im Begegnungszentrum mia Löcknitz und wird über den Kreisjugendring im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ gefördert.

Die Theater und Musikaufführung erzählt von Naturphänomen und der Schöpfungsgeschichte. Hier wird die Schönheit und Harmonie der Welt beschrieben. Die Kinder zeigen die Entstehung von Himmel und Erde, der Gewässer und des Landes, der Himmelskörper, der Pflanzen, Tiere und Menschen. In der ersten Phase erhielten die Kinder grundlegende Kenntnisse über das Stück, die Musik, den Tanz und die Kostüme. Hier war es wichtig, Aktivitäten mit den Kindern durchzuführen, um ihre tänzerischen Fähigkeiten zu entwickeln, als auch die Vorstellungskraft und Fantasie zu fördern.

Anschließend wurde an den Kostümen gearbeitet und die Lieder wurden einstudiert. Danach folgte das Tanzen, bei dem es darum ging, verschiedene einfache Bewegungen frei und schnell auswendig zu lernen. Die Kinder tätigten Überlegungen zur Bühnengestaltung. Sie schlüpften in folgende Rollen: Nacht, Tag, Wolke, Erde, Blumen, Wasser, Sonne, Mund, Sterne, Vögel, Fisch und Tiere. Zur Bühnenausstattung gehört eine Kulisse aus Holztafeln, die sieben Tage der Schöpfung darstellen. Die Teilnahme an diesem Projekt ermöglichte den Kindern an ihre Fähigkeiten zu glauben, stärkte ihr Selbstwertgefühl und war eine interessante Freizeitgestaltung. Nach der Sommerpause sind sie herzlich zu den Aufführungen in unserer Region eingeladen. Wir starten mit der Aufführung am zum Familienfest am 27.08.2022 in Ueckermünde.

 

Justyna Wolska-Boniecka

BZ mia Löcknitz


Fronleichnam am 16.06.2022                        (Bilderlink Galerie)

Am 16. Juni 2022 konnten wir wieder gemeinsam und ohne Einschränkungen das Fronleichnamsfest begehen. Diesmal fand es in Viereck statt.

Hierzu angereist kamen nicht nur Gläubige aus unserem Pastoralen Raum, sondern auch aus den Nachbarpfarreien von Templin über Grimmen und Greifswald bis Bergen auf Rügen, zusammen mit ihren Geistlichen. Eine besondere Freude war es, dass unser Erzbischof Heiner Koch sich ebenfalls aus Berlin zu uns auf den Weg nach Viereck machte. Ungefähr 350 Gläubige feierten das Hochfest des Leibes und Blutes Christi als ein sichtbares Zeugnis des Glaubens auf der Pfarrwiese neben der Kirche. Während des Gottesdienstes wurden aus allen Teilen unseres Pastoralen Raumes kleine Steine für den neuen Altar und den Ambo der St. Hedwigs-Kathedrale an den Erzbischof übergeben, der jeden Stein einzeln entgegennahm.

An den Gottesdienst schloss sich dann die traditionelle Prozession mit Gesang und musikalischer Begleitung durch das Blechbläserquartett durch den Ort an. An vier Altären wurde das Wort Gottes verkündet und für verschiedene Anliegen gebetet. Die Prozession endete wieder auf der Pfarrwiese von der Altarbühne, wo die Gemeinde nach dem Tantum ergo noch einmal den Segen mit der Monstranz von Pfarrer Malesa empfing.

Beim anschließenden Gemeindefest war die Stimmung bestens. Viele Menschen haben sich lange nicht mehr gesehen und so gab es einiges zu erzählen und zu lachen. Auch der Erzbischof nahm sich noch Zeit für das eine oder andere Gespräch und freute sich über die Gemeinschaft.

Nach der Mittagsverpflegung gab es zum Kaffee noch ein riesiges Kuchenbuffet, welches aus allen Gemeindeteilen zusammengekommen war.

Unser besonderer Dank gilt den vielen fleißigen Helfern, die tagelang mit dem Herrichten des Pfarrhofes, dem Aufbau von Altarbühne, Zelten und Sitzgelegenheiten beschäftigt waren, die die vier Altäre am Straßenrand errichtet und liebevoll geschmückt haben, sich um Blumenschmuck gekümmert haben, eingekauft haben, Kuchen gebacken haben, Kaffee gekocht und das Kuchenbuffet hergerichtet haben, die im und nach dem Gottesdienst musiziert haben, die liturgische Dienste übernommen haben, die Prozession musikalisch begleitet haben, den Fahnenträgern und Blumenkindern, und denen, die für Ordnung und Sicherheit gesorgt haben.

Das alles hat uns ein großes Fest des Glaubens beschert und das Gefühl, dass wir trotz mancher Widrigkeiten immer noch da sind, durchhalten und zusammenhalten.

Gott ist bei uns, wenn wir in seinem Namen versammelt sind. Und an diesem Tag haben wir Gott sicher auch eine große Freude bereitet.

 

Bernhard Trömer


Deutsch-polnische Sprachreise nach Berlin

Das Begegnungszentrum mia verfolgt mit seinen Partnern den Auftrag, den Zusammenhalt der zu fördern, integrationstiftend zu agieren und auf die Bedürfnisse der Menschen dieser Region einzugehen. Seit zwei Jahren gibt es vielfältige deutsch-polnische Angebote für Kinder im Haus: ob Kreativnachmittag, Musik- und Theater AG bis hin zu Kinderfesten und integrationsstiftenden Veranstaltungen. Mit Ausbruch des Krieges wurde unser Verständnis für die europäische Friedensordnung zerstört ebenso wie die Vorstellung von grundlegenden Werten des Miteinanders. Die letzten Monate waren davon geprägt, dass das BZ mia, die Caritas und lokale Akteure wichtige Aufgabe übernommen haben – hier vor Ort, in unserer kleinen Heimat demokratische Werte zu stärken und Hilfsbedürftige zu unterstützen. Diese Aufgaben nahmen auch Einfluss auf die bisherigen Angebote, die nun deutsch-polnisch und ukrainisch gestaltet wurden. Nunmehr steht die sprachliche Förderung der Kinder noch intensiver im Fokus und bezeugt, dass die Stärkung von Kommunikationskompetenzen durch alltagsintegrierte Sprachbildung „für zwischendurch“ Erfolgserlebnisse mit sich bringt.

In der ersten Sommerferienwoche gelang es uns eine dreisprachige Kinderwoche durchzuführen. Dank der Caritas – Regionalzentrum Pasewalk und der Romana Barein Schulstiftung konnte im Anschluss an die Kinderwoche am 08.07.2022 eine Sprachreise durchgeführt werden. Am Sprachausflug nahmen 40 Kinder, 5 Jugendliche und 7 BetreuerInnen teil. Bei einer einstündigen Stadtrundfahrt per Schiff konnten die Teilnehmer zentrale Sehenswürdigkeiten der Berliner Innenstadt sehen. Beim Start konnte man an Bord das Haus der Kulturen der Welt, die "schwangere Auster", und den Hauptbahnhof bewundern. Das Schiff durchquerte das Regierungsviertel mit seinen vielen modernen Bauten wie dem Reichstag (Sitz des Deutschen Bundestages), Paul-Löbe-Haus, Marie-Elisabeth-Lüders-Haus und Kanzleramt. Weiter entlang der Spree gab es beeindruckende Aussichten auf die Museumsinsel und den Berliner Im Verlaufe des Tages konnte die Sprachlernmethode, basierend auf dem Tandem angewandt werden. Die Methode ist einfach: im Rahmen des Sprachaustausches spricht man mit einem Sprachpartner, der idealerweise Muttersprachler der Zielsprache ist. Bei den ukrainischen Kindern bildete oftmals die russische oder polnische Sprache die Brücke zur Verständigung.

Anschließend besuchten wir den Tierpark Berlin. Nach einem Mittagsimbiss erforschten die Kinder in vier Kleingruppen das Gelände. Der Berliner Tierpark steht für Kultur und Natur und somit konnte jeder etwas für sich entdecken. Naturerfahrungen, Bewegung, Sprache und Kommunikation standen an diesem Tag im Mittelpunkt.

 

Klaudia Wildner-Schipek

Leiterin des Begegnungszentrums mia Löcknitz


Motorradwallfahrt am 18.05.2022                   (Bilderlink Galerie)

Der Dumme ist restlos mit sich zufrieden. In seiner Zeit machte sich Dietrich Bonhoeffer einmal Gedanken darüber, wie es möglich ist, dass eine faschistische Ideologie scheinbar ein ganzes Volk verblendet und er formulierte seine Gedanken: Über die Dummheit.

Angestoßen durch die Einladung des Katholischen Militärpfarramtes Torgelow machten sich 58 Männer und Frauen aus den Standortbereichen Torgelow, Prenzlau, Stettin und Neubrandenburg am 18. Mai 2022 mit ihren „heißen Öfen“ auf eine Motorradwallfahrt.

Dummheit – eine menschliche Erscheinungsform, die leider nie ausstirbt und sich manchmal sehr gewalttätig äußert, damals und heute wieder mit Blick auf den Überfall durch Russland auf die Ukraine. Dies Thema der Dummheit begleitete die Wallfahrer auf ihrer Strecke.

In Viereck traf man sich in der Kirche, hörte in einem Impuls die Worte von Bonhoeffer und Gedanken dazu von Militärdekan Stephan Lorek und nahm dann eine Wallfahrerstärkung zu sich. In einer beeindruckenden und nicht zu überhörenden Formation ging es dann nach Polen in den Ortsteil von Stettin, der zu Bonhoeffers Zeiten Finkenwalde hieß, wo er ein illegales Predigerseminar leitete.

Die Gebäude gibt es nicht mehr, der Ort selbst aber ist heute eine Gedenkstätte. Für die Männer damals, die dort lebten und studierten, war es auch ein Fluchtpunkt, wo man sich geistig gegen die Dummheit erbaute, um dann in ihren Gemeinden einen anderen Geist erfahrbar zu machen.

Die abschließende Station auf der Tour war die Kriegsgräberstätte Neumark, heute Stare Czarnowo, etwas südlich von Stettin. Dort liegen ca. 30.000 Menschen begraben (jährlich werden es mehr), die Opfer teils ihrer eigenen gedankenlosen Dummheit oder Opfer der Dummheit anderer wurden. Die gefährlichste Weltanschauung ist die derer, die die Welt nie angeschaut haben. (Alexander von Humboldt).

So diente diese grenzüberfahrende Wallfahrt auch der „Prävention“ – sich durch die Unterschiedlichkeit der Orte mit ihren Impulsen gegen die Dummheit zu wappnen.

Damit am Ende von allen die Erfahrung einer gelungenen Wallfahrt gemacht werden konnte, gab es wie immer auch Leute, die vorbereiteten und mitmachten: Herr Bernhard Trömer als Organisator und „Spitzenfahrer“, das Personal aus der Truppenküche, Soldaten im Verpflegungsfahrzeug vom NATO-Korps aus Stettin, alle die mitfuhren – und für dieses Supersonnenwetter Danke auch dem Lieben Gott!

Danken für das Erhaltene bewahrt einen am besten vor der Dummheit!

 

Stephan Lorek