Das Grab ist leer, sagt uns das Osterfest, der Herr ist auferstanden, der Stein ist weggerollt. Der Stein, ja, der Stein. Wenn wir nun ehrlich überlegen, wie viele Steine legen wir einander in den Weg. Ostern fragt uns: was können wir im Grab des Auferstandenen Jesus Christus zurücklassen, so dass wir die österliche Freude ordentlich spüren und in österlicher Freude miteinander teilen? Das geteilte Osterlicht macht den Kirchenraum hell. Der auferstandene Herr macht unser Leben hell. All das, was uns im Alltag gefangen hält und krank macht, will Jesus Christus mit dem Licht seiner Auferstehung erleuchten. Er ist auferstanden. Er ist wahrhaft auferstanden. Behalten wir diese frohe Botschaft nicht nur für uns. Rollen wir den Stein weg, der uns den Weg zueinander verstellt. Teilen wir das Licht des Auferstandenen Christus miteinander, so dass es in uns und rund um uns wirklich hell wird.

 

Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken?

Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken.

Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht.

 

Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben;

mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben.

Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht.

 

Jesus lebt! Wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre.

Gnade hat er zugesagt, dass der Sünder sich bekehre.

Gott verstößt in Christus nicht; dies ist meine Zuversicht.

 

Jesus lebt! Sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben;

reines Herzens will ich sein, bösen Lüsten widerstreben.

Er verlässt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht.

 

Jesus lebt! Ich bin gewiss nichts soll mich von Jesus scheiden,

keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden.

Seine Treue wanket nicht; dies ist meine Zuversicht.

 

Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben.

Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben,

wenn sie gläubig zu ihm spricht: "Herr, Herr, meine Zuversicht!"

 

Christian Fürchtegott Gellert, 1757