Dreifaltigkeitssonntag

Der Sonntag nach Pfingsten wird der Dreifaltigkeit Gottes gewidmet. Es geht dabei um eines der großen Geheimnisse des christlichen Glaubens. Ein Gott in drei Personen– wie kann das sein? Wir verstehen es nicht, bekennen es aber im Glaubensbekenntnis, wenn wir sagen „ Ich glaube an Gott, den Vater... Jesus Christus seinen eingeborenen Sohn... ich glaube an den Heiligen Geist“, oder auch im Kreuzzeichen, wenn wir beten „ im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Der Dreifaltigkeitssonntag erinnert immer wieder daran, wie wichtig Gott die Gemeinschaft der Menschen mit ihm und untereinander ist.

 

Gott, als himmlischer Vater, Jesus als Mensch und Gott, der Heilige Geist als Kraft die von einem auf den anderen übergeht und wir Menschen mittendrin. Leben mit Gott geht nur in Beziehung zu ihm und den Mitmenschen. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt bin, da bin ich mitten unter ihnen“. So hat es Jesus uns versprochen.

 

Gott will mit dem Menschen in Gemeinschaft leben, die aber immer wieder gestört wird, wenn der Mensch sich durch die Sünde von ihm abwendet. Von Anfang an nutzt der Mensch oft die von Gott geschenkte Freiheit falsch. Durch mangelndes Vertrauen zu seinem Schöpfer macht er sich damit das Leben schwer. Seit dem ersten Sündenfall ruft Gott darum den Menschen zu sich zurück. "Adam, wo bist du?"

Immer wieder führt Gott die Stämme Israels durch von ihm auserwählte Menschen, die auf sein Wort hören. Oft spricht er auch durch Propheten zu seinem Volk. Bis in seinem eigenen Sohn "das Wort Gottes Fleisch wird" und sichtbare Zeichen setzt. Jesus macht deutlich, was es heißt, zu Gott zu gehören. Er selbst ist Wort, Speise, Trank und Liebe für alle. Jesus ist der direkte Weg zum Vater. So wird der Menschheit durch Gottes unermessliche Liebe und Gnade die einmalige Chance zuteil, Jesus direkt nachfolgen zu können.

 

Nachdem Gott immer wieder auf sein Volk zukam, um es zu sich zu ziehen, ist es nun Jesus, der seine Jünger an sich bindet und ihnen so den Weg zum Vater zeigt. "Jesus ist die lebendige Nähe Gottes. Wer ihn sieht, sieht den Vater, wer mit ihm lebt, lebt mit dem Vater." Auch nach seinem irdischen Wirken schenkt Jesus allen Gläubigen die Möglichkeit, Gemeinschaft mit ihm zu haben. In seinem Auftrag versammelt sich die Gemeinde während der heiligen Eucharistiefeier um den Altar zum Gedächtnis seines Todes und seiner Auferstehung. Jesus selbst schenkt sich in Brot und Wein, um allen ein Leben mit ihm und in ihm zu ermöglichen.

Auch sein Wort in der Heiligen Schrift ist für das christliche Leben wichtig, denn "der Mensch lebt nicht nur vom Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt". In dieser Aussage wird deutlich, welche Kraft von Gottes Wort ausgeht. Dieses Wort, das am Anfang Himmel und Erde erschuf, sagt täglich neu zu jedem Menschen, "Ja". Die große Liebe, die Gott damit allen entgegenbringt, kann erwidert werden, indem der Mensch sich an die Gebote hält, die von Jesus in dem einen neuen Auftrag zusammengefasst wurden: "Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe." Das ist ein Lebensprogramm für jeden Christen. Jesus hat in seiner Abschiedsrede einen Wunsch ausgesprochen, den es zu verwirklichen gilt: "Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast."