Der 2. Februar ist traditionell der Tag, an dem die Tannenbäume aus den Kirchen geräumt und die Krippenfiguren verpackt werden. Es ist das letzte Fest in der Weihnachtszeit. Das Datum berechnet sich vom 25. Dezember her, denn zählt man vom ersten Weihnachtstag 40 Tage weiter, kommt man zum 02. Februar. 40 Tage sind in der jüdisch-christlichen Tradition ein immer wiederzufindendes Zeitmaß: die 40 Tage der Fastenzeit, die Sintflut dauerte 40 Tage (Genesis 7,17), Mose verbrachte 40 Tage auf dem Berg Sinai bei Gott, als er die Gesetze Gottes empfing (Exodus 24,18). Bei der Berechnung des Tages nahm man im Mittelalter unterschiedliche Ausgangspunkte: Wo Weihnachten am 25. Dezember gefeiert wurde, ergaben die 40 Tage, nach denen Jesus im Tempel dargestellt worden sein soll, den 2. Februar; war aber der 6. Januar Ausgangspunkt, kam man auf den 14. Februar. Letzteres war in Gallien der Fall. Es wird vermutet, dass nach der Verlegung des Weihnachtsfestes auf den 25. Dezember und der Abwanderung von Lichtmess auf den 2. Februar, der alte Festtermin, der 14. Februar, neu gefüllt wurde und so der Valentinstag oder Vielliebchentag zustande kam.

 

Der biblische Bezug von Lichtmess ist die alttestamentliche Vorschrift, dass Frauen sich 40 Tage nach der Geburt einer kultischen Reinigung unterziehen müssen. Erst nach dieser Phase durfte sie wieder zum Tempel gehen und für sich von einem Priester ein "Sündopfer" darbringen lassen, so "Versöhnung" erwirken und "rein von der entstandenen Blutung" werden (Levitikus 12,6). Im Falle der Frau dienen die 40 Tage gemäß dem alttestamentlichen Gesetz nicht der patriarchalen Abwertung, sondern dem Schutz der Frau.

 

Der Lichtmesstag am 2. Februar hat ein biblisches Ereignis als Festanlass: „Als sich für sie die Tage der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung erfüllt hatten, brachten sie das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn darzustellen, wie im Gesetz des Herrn geschrieben ist: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig genannt werden." (Lukas 2,22-23). Der erstgeborene Sohn wurde in Erinnerung an die Pessach- Nacht als Eigentum Gottes angesehen und ihm im Tempel übergeben („dargestellt“), wo er durch ein Geldopfer bzw. Tierersatzopfer auszulösen war. Das Lukasevangelieum berichtet, dass der Knabe Jesus gemäß dieser Gesetzesvorschrift von Maria und Joseph zum Tempel gebracht wurde. Dort erkannten ihn der greise Simeon und die Prophetin Hanna als Erlöser.

 

Dieses biblische Ereignis wurde zu einem christlichen Festanlass. In der Ostkirche wurde der Tag zu einem „Fest der Begegnung des Herrn”: Der Messias kommt in seinen Tempel und begegnet symbolisch dem Gottesvolk des Alten Bundes. Im Westen wurde es mehr ein Fest Mariens: „Reinigung Marias” nach den mosaischen Vorschriften. Seit Anfang des 5. Jahrhunderts wurde in Jerusalem dieses Fest am 40. Tag nach der Geburt Jesu gefeiert. In Rom führte man dieses Fest 650 ein. Kerzenweihe und Lichterprozession kamen erst später hinzu, wodurch sich der Name „Mariä Lichtmess” einbürgerte. Das hatte seinen Grund darin, dass an diesem Tag die für das nächste Jahr benötigten Kerzen der Kirchen und der Familien geweiht wurden, weshalb Wachsmärkte, eben Licht(er)messen, durchgeführt wurden. Seit der Liturgiereform wird dieser Tag wieder als Herrenfest gefeiert und führt den Namen „Darstellung des Herrn”.