Verklärung des Herrn, Carl Bloch
Verklärung des Herrn, Carl Bloch

Am 06. August feiert die katholische Kirche das Fest Verklärung des Herrn. Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas berichten das einzigartige Ereignis, durch das uns Menschen das Ziel gezeigt werden soll: unsere einstige Teilnahme an Gottes Herrlichkeit, wie sie in der Verklärung Jesu sichtbar geworden ist.

Was war das Einzigartige, was dieses wunderbare Geschehen über alle anderen Wunder hinaushebt? Alle Wunder und Zeichen, die Jesus bisher gewirkt und von denen das Evangelium bisher erzählt hat, hatten andere betroffen. Kranke wurden gesund, Blinde konnten sehen, Lahme gehen, Aussätzige wurden rein und Tote kehrten in das Leben zurück. Immer hatten diese Wunder Menschen betroffen, die in ihrer Not an Jesus herantraten. Natürlich hatten sich die, die dabei gewesen waren, gefragt: "Wer ist der, durch den Gott so Großes tut? Warum kann er solche Machttaten verrichten?" Aber was geschah, was man sehen konnte, das geschah an anderen Menschen, denen Jesus begegnete. Die Verklärung jedoch betrifft Jesus selbst. An ihm geschieht etwas. Aus dem Innern seines Wesens bricht gleichsam das Licht seiner Gottheit durch und hüllt ihn selbst in Glanz und Licht. Es wird sein göttlicher Ursprung sichtbar, durch den sich sein Aussehen verändert und sein Gewand glänzend weiß wird. Göttliche Offenbarung geschieht. Und um jeden Zweifel zu zerstreuen, vernehmen die Jünger das Wort Gottes, des Vaters selbst: "Das ist mein auserwählter Sohn; auf ihn sollt ihr hören."

 

Jesus hat auf den Berg der Verklärung drei Jünger mitgenommen. Sie sollten es sehen. Sie sollten Zeugen des Geschehens sein. Sie sollten davon berichten können. Und für die Drei hat diese Stunde tatsächlich etwas Entscheidenden bedeutet. Nun wussten sie: Dieser Jesus, in dessen Nachfolge sie getreten sind, ist es! Auf ihn haben wir gewartet. Für ihn haben wir uns entschieden. Und wir haben uns richtig entschieden, als wir ihm nachfolgten. Nun wissen wir es gewiss, dass er von Gott kommt, ja noch mehr: dass er der auserwählte Sohn Gottes ist; denn wir haben es ja aus dem Munde Gottes selbst gehört. Was den Jüngern auf dem Berg widerfahren ist, sollte sie festigen für das, was in Kürze auf sie zukommen wird. Sie sollten es nicht vergessen: nicht den göttlichen Glanz und nicht die Stimme vom Himmel. Denn bald sollte ihr Glaube auf eine sehr harte Probe gestellt werden. Die Verklärung geschah ja auf dem Weg nach Jerusalem. Und dort sollten sie bald eine andere Stimme hören: das "kreuzige, kreuzige ihn" der aufgehetzten Menge und die höhnenden und spottenden Reden der Feinde Jesu unter dem Kreuz. Ob sie da noch an die Stimme Gottes auf dem Berg dachten: "Das ist mein auserwählter Sohn"? Und ob sie beides zusammen tun und vereinen konnten? Dies werden sie wohl erst nach der Auferstehung gekonnt haben. Da wird es ihnen klar geworden sein, dass das Kreuz nur Hindurchgang war, dass Jesus in die Herrlichkeit Gottes gehen musste durch die Erniedrigung, durch Leiden und Tod hindurch.

 

Auch uns ist in der Verklärung Jesu eine Antwort gegeben auf die Frage, der kein Mensch ausweichen kann, der sich jeder stellen muss: Ist diese unsere Welt, diese todverfallene Welt das Letzte? Gibt es über diese Welt hinaus noch etwas anderes? Gibt es die Welt Gottes?

Und was ist meine Zukunft? Endet mein Leben im Tode, und ist dann alles aus? Oder ist der Tod nur wie eine Schwelle, die wir überschreiten in ein anderes Leben hinein, in das Leben Gottes?

Die Verklärung des Herrn gibt uns Antwort auf diese Fragen. Wohl müssen wir alle durch das dunkle Tor des Todes, aber wenn wir auf Jesus schauen und an ihn glauben, dann wissen wir, dass das, was vor uns liegt, was uns erwartet, Auferstehung und Herrlichkeit heißt. Gott wird an den Gerechten offenbar werden lassen, was er an seinem Sohn getan hat. Die Verklärung des Herrn ist Verheißung ewigen Lebens in der lichten Welt Gottes für die Gerechten.

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