Tagesimpulse


Liebe Gemeinden, liebe Brüder und Schwester in Christus,

heute hören wir davon, dass Jesus seinen Jünger die Füße wäscht; Er, der Herr, der Messias und der Rabbi. Das ist unerhört. Niemals hat bei den Juden ein Meister so etwas getan. Normalerweise waren die Schüler, die Jünger eines Lehrers, eines Rabbis, diejenigen, die ihm gedient haben, die für ihn gesorgt haben. Hier macht Jesus, wie so oft im Evangelium, etwas Neues und Ungewohntes. Warum? Er zeigt dadurch sein wahres Gesicht. Etwas, was nicht vorstellbar ist. Gott ist Mensch geworden. Gott hat die Welt so lieb, dass Er Mensch wird. Und nicht nur das: Er macht sich zum Diener des Menschen, ja, sogar zum Sklaven des Menschen. Aus einem einzigen Grund, weil Er den Menschen wirklich liebt. Er ist die Liebe; die wahre Liebe; die einzig wahre Liebe. 

Jesus lädt uns dazu ein, Ihm nachzufolgen. Was bedeutet es den Anderen wirklich zu lieben, so wie Er ihn geliebt hat? Den Anderen - Nicht den Gleichen, nicht einen, der wie ich denkt, fühlt oder handelt. Den Anderen - Einen, der anders ist als ich. Und was heißt lieben? Es heißt, ihn höher zu schätzen als sich selbst, ihm zu dienen. 

 

Ihr

Pfr. Marek Malesa


Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

in den letzten Tagen haben wir gehört, wie Jesus sich selbst als der Gute Hirte bezeichnete und uns zu seiner Herde erklärte. Heute sagt Er: »Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. […] Denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten« (Joh 12, 46-47). Die Natur Gottes ist das Licht und nicht die Finsternis. Dies hat schon Mose erfahren, als Gott sich ihm im brennenden Dornbusch, der nicht verbrannte, offenbart hat. Die Anwesenheit Gottes in einer Feuersäule begleitete die Israeliten in der Wüste nach dem Auszug aus der Sklaverei in Ägypten. Das Ereignis der Auferstehung selbst ist mit einer Explosion des Lichtes verbunden. Der heilige Paulus wurde vom Licht der Herrlichkeit Christi bei Damaskus erblindet und so hat er erkannt, dass er Jesus selbst, den Sohn Gottes, in dessen Jüngern verfolgt und dass er die Kirche Gottes vernichten will. Das Licht, das Jesus selbst ist, hat ihn zur Umkehr geführt und ihn zum Heidenapostel gemacht.

 

Im Gegensatz zum Licht steht die Finsternis. Die Bibel stellt oft diese beiden Größen gegenüber, um die entgegengesetzten Welten des Guten und des Bösen zu schildern. Denn das Licht steht für Helligkeit, Wärme und Mut. Es öffnet uns für die anderen und für die Welt, also für Gott und seine Werke. Die Finsternis dagegen steht für Dunkelheit, Kälte und dunkle Mächte, die uns Angst machen; also für den Teufel und seine Werke.

Jesus kommt, um uns von der Finsternis zu seinem Licht zu führen. Darin besteht sein Gericht. Er richtet uns nicht, indem Er uns verurteilt, sondern indem Er unser Leben und unsere Realität erleuchtet. Seine „warme“ Liebe rechtfertigt uns immer, und so werden wir gerettet.

 

Herr, Jesus Christus, unser Licht, das uns erleuchtet und erwärmt. Schenke uns Dein Licht, damit wir im Glauben wachsen und gerettet werden! Beschütze uns von allen Werken des Teufels und seiner Finsternis! Amen.

 

Ihr Kaplan Witold Wójcik


Tagesimpuls 05.05.2020

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

Wüssten Sie spontan wo die Christen erstmalig Christen genannt wurden? Die heutige Lesung endet mit dem Satz: „In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen.“ (Apg 11,26) Fragen wir uns heute, was es bedeutet, Christ genannt zu werden. Zunächst kommt die Bezeichnung Christ von Christus, dem Gesalbten. Bei der Taufe und der Firmung wurden wir mit dem heiligen Chrisam gesalbt. Christ zu sein bedeutet aber mehr, als gesalbt worden zu sein. Wenn Sie so wollen, bedarf es um als Christ zu leben, mehr als nur getauft zu sein. Christ zu werden heißt, Christus von Tag zu Tag ähnlicher zu werden. Oder genauer gesagt, dass Christus uns verwandelt, damit wir ihm immer ähnlicher werden. Deswegen ist die Beziehung mit ihm im Gebet, im Lesen der Heiligen Schrift und in den Sakramenten, besonders der Buße und der Eucharistie, so wichtig. In einem Gebet heißt es:

 

„Gott, du bist unser Ziel, du zeigst den Irrenden das Licht der Wahrheit

und führst sie auf den rechten Weg zurück.

Gib allen, die sich Christen nennen,

die Kraft, zu meiden, was diesem Namen widerspricht,

und zu tun, was unserem Glauben entspricht.“

 

Lassen Sie uns heute darum bitten.

 

Kpl. Johannes Rödiger


Tagesimpuls 04.05.2020

 

Liebe Gemeinden, liebe Brüder und Schwester in Christus,

in heutigem Evangelium hören wir Jesus über den Schafstall und die Tür reden. Jesus sagt, dass nur der Dieb oder Räuber nicht durch die Tür in den Schafstall eintreten. Der wahre Hirte geht durch die Tür hinein, damit er gesehen wird, da er nichts zu verbergen hat . Dieser wahre Hirt ist Jesus. Wie sooft, wenn Jesus zu den Leuten spricht, verstehen sie ihn nicht. Er ist der gute Hirt. Er nutzt die Schaffe nicht aus. Er raubt sie nicht, um sich zu bereichern. Er ist sogar lieber bereit sein Leben für seine Schaffe hinzugeben, als ein einziges zu verlieren. So ist Jesus. Er will keinem von uns etwas Böses antun, Er will uns nicht ausnutzen oder betrügen. Für Ihn sind du und ich wirklich die Wichtigsten. Vertrauen wir Ihm; haben wir keine Angst, hinter Ihm herzugehen und auf Ihn zu hören. Er wird eher bereit sein, sein Leben für dich und für mich hinzugeben, als zuzulassen, dass dir oder mir etwas Böses passiert.

 

Ihr

Pfr. Marek Malesa


Tagesimpuls 03.05.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

dieser Vers des Antwortpsalms der heutigen Liturgie führt uns in das Thema dieses vierten Sonntag der Osterzeit ein. In der Tradition der Kirche wird dieser Sonntag der Sonntag des Guten Hirten genannt. Auch alle liturgischen Texte nehmen auf dieses Thema des Guten Hirten Bezug. Mit diesem Titel bezeichnet sich Jesus selbst: »Ich bin die Tür zu den Schafen, […] wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. […] Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. Ich bin der gute Hirt« (Joh 10, 7.9.10.11). Der Vergleich Jesu mit dem Hirten und den Schafen ist uns Menschen vielleicht am zugänglichsten. Denn dieses Bild ist uns allen bekannt und nicht so abstrakt, wie z. B.: »Ich bin das Licht der Welt«; »Ich bin das Brot des Lebens« oder »Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben«. Ja, hier nimmt Jesus ein Bild aus dem Leben, aus der realen Welt, wo wir selbst eine Erfahrung haben. Deshalb ist uns dieses Gleichnis so gut vertraut. Aber auch die Tiefe dieses Vergleichs spricht uns sehr an. Denn jeder Hirt sorgt stets für das Wohl seiner Herde; beschützt alle Tiere; sieht in allen Gefahren vor und verteidigt seine Herde. Die Schafe jedoch erkennen sehr gut die Stimme ihres Hirten und laufen Ihm hinterher. Das und vielmehr macht für uns, seine Schafe, der Gute Hirt, Jesus Christus. Er ist sogar bereit, alles zu verlassen, um dem verloren Schaf nachzugehen und es zu finden. Und wenn Er es findet und wieder zur Herde bringt, dann herrscht große Freude im Himmel. So sorgt der Gute Hirt für uns. So eng ist die Beziehung zwischen unserem Hirten und uns, seiner Herde, dass es niemandem gelingen wird, die Schafe seinen Händen zu entreißen. Denn sie sind an Ihn durch ein Band der Liebe und der gegenseitigen Kenntnis gebunden, das ihnen das Geschenk des ewigen Lebens verleiht.

Am heutigen Sonntag des Guten Hirten begehen wir auch den Weltgebetstag um geistliche Berufungen. Beten wir gemeinsam mit der ganzen Kirche um zahlreiche und heilige Berufungen zum Priestertum, zum geweihten und missionarischen Leben, zu pastoralen Berufen in der Kirche sowie zur christlichen Ehe!

 

Herr, Jesus Christus, unser guter Hirt, Dir empfehlen wir, deine Schafe, unsere Anliegen und Nöte an und bitten Dich: erwecke und stütze zahlreiche und heilige Berufungen im Dienst an der Kirche und der Welt! Amen.

 

Ihr Kaplan Witold Wójcik


Tagesimpuls 02.05.2020

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

als heutigen Tagesimpuls erlaube ich mir, aus der Predigt, die unser neuer Patron Johannes Paul II am Ende des Weltjugendtags im Jahr 2000 in Rom gehalten hat, zu zitieren. Es ging in der Predigt genau um die Antwort Perti, auf die Frage, die Jesus im heutigen Evangelium den Jüngern gestellt hat: „Wollt auch ihr weg gehen?“ - „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ (Joh 6,67-68) Hier nun der Abschnitt aus der Predigt:

„Im Evangelium haben wir einen Abschnitt der Rede gehört, die er in der Synagoge von Kapharnaum gehalten hat, nachdem er das Wunder der Brotvermehrung gewirkt hatte. Darin enthüllt Er sich als das wahre Brot des Lebens: das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, um der Welt das Leben zu geben (vgl. Joh 6,51). Diese Rede haben die Zuhörer nicht verstanden. Die Einstellung, in der sie sich bewegen, ist zu materiell; so können sie nicht erfassen, was Christus wirklich sagen will. Sie denken aus der Sicht des Fleisches, "das nichts nützt" (Joh 6,63). Doch Jesus öffnet seine Rede auf die Horizonte hin, die der Geist auftut, und beharrt darauf: "Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und Leben" (ebd.).

Aber die Zuhörer sind dafür unempfänglich: "Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?" (Joh 6,60). Sie halten sich für Leute mit gesundem Menschenverstand, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. Deshalb schütteln sie den Kopf und gehen nacheinander grollend weg. Die Volksmenge des Anfangs schrumpft zusammen. Schließlich bleibt nur noch die winzige Gruppe der treuesten Jünger übrig. Doch wenn es um das "Brot des Lebens" geht, ist Jesus nicht bereit nachzugeben. Vielmehr nimmt er in Kauf, dass sogar die Menschen, die ihm am nächsten stehen, Abstand nehmen: "Wollt auch ihr weggehen?" (Joh 6,67).

"Auch ihr?" Die Frage Jesu durchzieht die Jahrhunderte bis in unsere Zeit. Sie berührt uns persönlich und ruft zur Entscheidung heraus. Was antworten wir? Liebe Jugendliche, wir sind heute hier, weil wir uns wiederfinden in den Worten, die der Apostel Petrus bekräftigt hat: "Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens" (Joh 6,68).

Um euch herum werden viele Worte gemacht, aber Christus allein hat Worte, die der Abnutzung durch die Zeit standhalten und bleiben für die Ewigkeit. Die Jahreszeit, die ihr durchlebt, stellt euch vor einige wichtige Entscheidungen: die Spezialisierung im Studium, die Ausrichtung des Berufsweges, die Aufgabe, in der ihr euch in Gesellschaft und Kirche engagieren sollt. Es ist wichtig, dass ihr euch darüber klar werdet: Unter den vielen Fragen, die sich vor eurem Geist auftun, berühren die entscheidenden nicht das "Was" (eine Sache). Die Grundfrage geht auf das "Wer" (eine Person): Zu "wem" sollen wir gehen? "Wem" sollen wir folgen? "Wem" sollen wir unser Leben anvertrauen?

Ihr denkt dabei an die Entscheidung, die aus eurem Gefühl kommt, und ich kann mir vorstellen, dass ihr mir zustimmt: Was im Leben wirklich zählt, ist die Person, mit der man sich entschließt, das Leben zu teilen. Doch Vorsicht! Jede menschliche Person hat unweigerlich ihre Grenzen: auch in der glücklichsten Ehe muss man ein gewisses Maß an Enttäuschung einkalkulieren. Also, liebe Freunde! Ist das nicht die Bestätigung dessen, was wir vom Apostel Petrus gehört haben? Früher oder später ruft jeder Mensch mit ihm aus: "Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens" (Joh 6,68). Jesus von Nazaret, Gottes und Mariens Sohn, das ewige Wort des Vaters, geboren vor zweitausend Jahren zu Betlehem in Judäa, er allein kann die tiefsten Sehnsüchte des menschlichen Herzens stillen.“ Hl. Johannes Paul II (20.8.2000)

 

Kpl. Johannes Rödiger


Tagesimpuls 01.05.2020

Liebe Gemeinden, liebe Brüder und Schwester in Christus,

heute ist der 1. Mai. In der Welt wird dieser Tag, als der Tag der Arbeiter gefeiert. Papst Pius XII. hat diesem Tag den heiligen Josef als Patron gegeben. Der Arbeiter, der Mensch, der von seiner Hände Arbeit lebt, um sich und seine Familie zu ernähren. Das tat auch der heilige Josef. Er hat auch gearbeitet, damit Maria und Jesus zum Essen haben, damit sie leben können. Der Mensch tut, in dem er arbeitet, nicht nur irgendwelche Tätigkeiten. Er macht das auch nicht nur, um Geld zu verdienen. Die Arbeit hat mit Gott zu tun. Sie ist eine Art Fortsetzung des Schöpfungwerks Gottes. Gott sagt zum Menschen im Buch Genesis: "Macht euch die Erde untertan!" (Gen 1,28). In dem wir arbeiten, kann sich die Welt weiter entwickeln. Die Weiterschöpfung schreitet voran. Das macht den Menschen zufrieden und glücklich. Ganz gleich, ob er ein Fahrrad oder Auto repariert hat; für die Firma einen „Superdeal" abgeschlossen hat oder einfach die Wohnung geputzt hat. Der Mensch fühlt sich gut, zufrieden und erfüllt. Das ist der Sinn der Arbeit. Es ist nicht immer leicht. Manchmal haben wir keine Lust etwas zu machen. Manchmal fällt es uns schwer, etwas zu tun. Aber in dem wir uns überwinden, die Mühe auf uns nehmen, letzten Endes das Kreuz annehmen, das Gott für uns vorbereitet hat, sind wir am Ende zufrieden.

 

Ihr

Pfr. Marek Malesa


Tagesimpuls 30.04.2020

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

im heutigen Evangelium fährt Jesus mit seiner Brotrede fort. Er macht eine Aussage über sich selbst, die Er in dieser seiner Predigt immer wieder wiederholt: »Ich bin das Brot des Lebens. […] Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt« (Joh 6, 48.51). Sein Vergleich mit dem Brot, das die tägliche Nahrung jedes Menschen ist, zeigt uns seinen Wunsch, im Leben jeder und jedes von uns zu sein; mit uns das zu teilen, was sein Eigen ist; nämlich seine ganze Existenz, seine göttliche Natur. Wie geschieht das? Vor allem in der Eucharistie, wo Er uns mit seinem Leib ernährt und stärkt. Der heilige Augustinus schreibt in seinen Bekenntnissen: „Ich zitterte vor Liebe und Furcht, und ich entdeckte, dass ich weit weg von dir war in einem Bereich, der dir nicht gleicht. Es war, als hörte ich deine Stimme aus der Höhe: »Ich bin die Speise der Starken! Wachse, und iss mich! Du wirst mich nicht in dich verwandeln wie eine leibliche Speise, sondern du wirst in mich verwandelt werden!« Da suchte ich einen Weg, die Kraft zu gewinnen, ausreichend, dich zu genießen“ [Augustinus, Confessiones, Lib. 10, 27].

 

Das macht Jesus mit uns, wenn wir Ihn empfangen und uns von Ihm ernähren lassen: Wir werden in Ihn verwandelt. Wir werden zu Jesus Christus. Wir werden zu seinem Fleisch. Das ist ein großes Geheimnis und ein riesiges Geschenk, das uns Christus macht, weil Er sich mit uns vereinen will. Er möchte uns nahe sein, damit wir wie Er sind. So sehr liebt Er uns.

 

Herr, Jesus Christus, du bist das lebendige Brot vom Himmel, nach dem wir besonders in dieser Zeit, in der wir nicht gemeinsam die Eucharistie feiern dürfen, Hunger haben. Verwandle uns in Dich, damit wir in uns die neue Natur haben, die erlaubt, sich wie Brot brechen zu lassen für das Leben der Welt! Amen.

 

Ihr Kaplan Witold Wójcik


Tagesimpuls 29.04.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

„Warte nicht auf eine spätere, gelegenere Zeit, denn du bist nicht sicher, dass du sie haben wirst. Die Zeit entschwindet dir unvermerkt. Mancher hat sich noch Hoffnung auf ein längeres Leben gemacht, da kam der Tod. Darum versäumt, wer klug ist, keine Zeit und gibt die gegenwärtige Stunde, die ihm gehört, nicht unbenützt weg für eine andere, die doch nicht sein eigen ist.“ Dieses Zitat stammt von Katharina von Siena. Heute an ihrem Todestag feiern wir ihr Fest. Sie hat im 14 Jahrhundert gelebt. Katharina ist eine große Heilige. Sie hat u.a. Papst Grogor XI zur Rückkehr des Papstes von Avignon nach Rom gedrängt. Katharina ist eine der Schutzpatrone Europas und Kirchenlehrerin.

Zurück zum Ausgangszitat. Gerade die Coronakrise stellt uns vor die Frage nach unserem Umgang mit der Zeit. Vielleicht sehnt sich der ein oder andere nach der Zeit, in der es weniger oder gar keine Corona-Auflagen mehr gibt. Oder wir erwarten irgendetwas anderes. Doch die einzige Zeit, die wir „haben“ ist jetzt. Wir haben nur diesen Augenblick. Es fällt uns Menschen oft schwer, genau in diesem Moment zu leben. Entweder kramt, schwelgt oder quält man sich in oder mit der Vergangenheit oder projiziert sich in die Zukunft; aber beide sind nicht greifbar.

Bitten wir Gott, dass wir auf die Fürsprache der Heiligen Katharina von Siena unsere, uns von Gott gegebene Zeit, heute dankbar nutzen und auf dem Weg der Heiligkeit voranschreiten.

 

Kpl. Johannes Rödiger


Tagesimpuls 28.04.2020

 

Liebe Gemeinden, liebe Brüder und Schwester in Christus,

Die Juden bitten im heutigen Evangelium Jesus um ein Wunder, wie schon Mose in der Wüste für sein Volk die Wunder gemacht hat. Jesus antwortet darauf, dass es nicht Mose war, der den Juden in der Wüste das Manna zu essen gab, sondern sein Vater. Und Er fügt hinzu: „Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.“ (Joh 6,33) Die Juden wollen dieses Brot, das von Gott kommt. Deswegen sagen sie: „Herr, gib uns immer dieses Brot!“ (Joh 6,34). Darauf antwortet Jesus, dass Er dieses Brot sei. Nur Er ist im Stande, den wahren Hunger zu stillen; Er, sonst niemand. Glauben wir daran, dass Jesus all unseren Hunger nach Gerechtigkeit, nach Liebe, nach innere Ruhe stillen kann? Glauben wir wirklich daran? Oder denken wir, ja, ja, Jesus, Gott und die Kirche sind gut, aber ich muss mit meinen Kräften gegen die Ungerechtigkeit und gegen die Bosheit kämpfen; sonst gehe ich zu Grunde. Fragen wir uns vor Gott, was wirklich in unserem Herzen ist. Und wenn wir in uns entdecken, dass der Hunger in uns nicht gestillt werden kann, sagen wir zusammen mit den Juden aus dem Evangelium: „Herr, gib uns immer dieses Brot!“ (Joh 6,34).

 

Ihr

Pfr. Marek Malesa


Tagesimpuls 27.04.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

im heutigen Johannesevangelium beginnt Jesus in der Synagoge in Kafarnaum seine große Predigt; die so genannte Brotrede, wie ich schon am vergangenen Freitag angedeutet habe. Die Menschen sind von der wunderbaren Brotvermehrung begeistert. In ihren Köpfen gibt es nur einen Gedanken: Jesus mit Gewalt zum König zu machen. Jetzt ist der richtige Moment. Der wahre Prophet ist da, der alle Probleme lösen wird. Und sogar muss man nichts mehr tun; keine schwere Arbeit mehr verrichten. Das schwer verdiente Brot wird jetzt für alle umsonst sein. Jesus korrigiert jedoch sofort diese falsche Denkweise der Menschen mit den Worten: „Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid“ (Joh 626). Er weiß ganz genau, dass die Menschen in Ihm nicht den Messias Gottes und den Retter der Welt erkennen wollen. Es geht ihnen vielmehr nur darum, Jesus für ihre Zwecke auszunutzen; hier und jetzt ihre kleinen Probleme zu lösen; ihr Verlangen und ihre Bedürfnisse zu stillen. Mit anderen Worten gesagt: Gott zu zwingen, das zu tun, was ICH will.

Was suchen wir heute? Wozu brauchen wir heute Jesus? Sind wir heute bereit, seine Worte anzunehmen, in denen Er uns ganz ernst einlädt, seinen Willen zu tun: »Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird« (Joh 6, 27)? Denn der Wille Gottes ist für uns die wahre Speise schlechthin, die uns wahrhaft satt, glücklich und zufrieden machen und das ewige Leben geben kann.

 

Herr, Jesus Christus, Du zeigst uns, was das wahre Brot ist – der Wille Deines Vaters. Hilf uns durch Deine totale Hingabe am Kreuz, den neuen Menschen anzuziehen und dem Willen Deines Vaters zu gehorchen! Amen.

 

Ihr Kaplan Witold Wójcik


Tagesimpuls 26.04.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

Heute ist der 3. Sonntag der Osterzeit. Es stehen zwei Evangelien zur Auswahl. Entweder das Lukasevangelium, in dem Jesus den zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus begegnet, oder das Johannesevangelium, in dem von der Begegnung Jesu als Auferstandener mit einigen Jüngern am See von Galiläa berichtet wird. Die beiden Evangelien weisen Parallelen auf. Die Jünger erleben den Misserfolg. Im Lukasevangelium den Misserfolg, dass Jesus nicht der erhoffte Messias war (vgl. Lk 24,21) und im Johannesevangelium, dass die Jünger in der Nacht nichts gefangen hatten (Joh 21,3). Beide Male beginnt Jesus, mit ihnen zu reden. Und in beiden Fällen erkennen sie ihn zuerst nicht. Im Lukasevangelium spricht Jesus länger mit den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus, während er im Johannesevangelium zunächst nur kurz vom Ufer aus mit den Jüngern redet. In beiden Fällen kommt es aber zu einem Mahl. Die Emmausjünger erkannten Jesus, als er ihnen das Brot brach. Die Jünger im Johannesevangelium erkennen ihn zwar schon vom Boot aus, nachdem sie auf sein Wort hin einen erfolgreichen Fischfang hatten, aber auch hier isst Jesus mit ihnen. Beide Texte können als Sinnbild für die Eucharistie gesehen werden.

Auch wenn es uns in diesen Tagen leider immer noch nicht gestattet ist, gemeinsam die Hl. Messe zu feiern, wünsche ich uns an diesem dritten Sonntag der Osterzeit die Begegnung mit Jesus. Jesus, der, vielleicht unerkannt, zu uns kommt. Er sieht unseren Misserfolg und unsere Traurigkeit und möchte uns verwandeln. Begegnen wir ihm heute im Wort. Ich lade Sie ein, die Lesungstexte zu lesen. Vielleicht machen auch wir die Erfahrung der beiden Emmausjünger, dass „uns das Herz brennt“ (Lk 24,32).

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!

 

Kpl. Johannes Rödiger


Tagesimpuls 25.04.2020

 

Liebe Gemeinden, liebe Brüder und Schwester in Christus,

im heutigen Evangelium nehmen die Jünger nach der Brotvermehrung das Boot und fahren fort. Jesus ist nicht mit ihnen. Auf dem See Genezareth erleben sie den Sturm. Es kommen ihnen alle möglichen Gedanken: wir gehen unter, wer hilft uns? Angst, Angst und noch einmal Angst überwältigt sie. Dann sehen sie Jesus, der über den See geht. Er nähert sich ihnen, und macht ihnen Mut, in dem er sagt: „Ich bin es; fürchtet euch nicht!“ (Joh 6, 20) In dem Er sagt, Ich bin es, spricht er den Namen Gottes aus, „Ich bin es“ heißt für einen Hebräer: ich bin Gott. Da ich Gott bin, warum habt ihr Angst? Warum fürchtet ihr euch! Habt vertrauen auf Mich. Habt ihr schon vergessen, dass ich vor ein paar Stunden die Brote vermehrt habe? Habt ihr schon die anderen Wunder vergessen, die Ich getan habe? Hier wird der Glaube der Jünger gefragt; und auch unser Glaube wird gefragt. Wir haben auch viele Wunder in unserem Leben erfahren. Wir waren Zeugen seiner Macht, wo wir keinen Ausweg gesehen haben. Und doch überfällt uns wie die Jünger in Anbetracht der Schwierigkeiten und der Probleme Angst. Wird Gott uns helfen? Wird Gott uns retten? Jesus antwortet uns heute auf unsere Sorgen, wie Er seiner Jünger geantwortet hat: „Ich bin es; fürchtet euch nicht!“ (Joh 6, 20)

 

Ihr

Pfr. Marek Malesa


Tagesimpuls 24.04.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

die Wortliturgie dieses Freitags der zweiten Osterwoche führt uns zu einem neuen Thema, das im Johannesevangelium als die so genannte Brotrede bezeichnet wird. Im Johannesevangelium gibt es keine Erzählung von der Einsetzung der Eucharistie wie bei den anderen Evangelisten; stattdessen überliefert es eine große Katechese Jesu über das Brot des Lebens, die Jesus in der Synagoge von Kafarnaum gehalten hat. Der Anlass dazu war die wunderbare Brotvermehrung und Sättigung von fünftausend Menschen. Dieses große Wunder war möglich, weil sich ein kleiner Junge gefunden hat, der fünf Gerstenbrote und zwei Fische dabei hatte. »Doch was ist das für so viele!« (Joh 6, 9c) bemerkte der Apostel Andreas mit Recht. Aber für Gott ist nichts unmöglich. Für Jesus reicht das winzige, das man hat, um daraus eine Menschenmenge zu versorgen. Und »als die Menge satt war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Sammelt die übriggebliebenen Brotstücke, damit nichts verdirbt. Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Stücken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren« (Joh 6, 9c). Es geschah nicht nur ein Wunder für die Anwesenden, sondern Jesus sorgt für den Überfluss, damit auch symbolisch das ganze Volk Israel daran teilhat (zwölf Körbe – zwölf Stämme Israel).

 

So ist Gott. Er verlangt von uns keine großen Sachen (unsere Anstrengungen, Verzichte, Opfer). Er will nur das Winzige, was wir Ihm schenken können (unser zweifelndes Herz, unser kleines Gebt, unser schwaches Vertrauen). Dann geschieht ein Wunder im Überfluss an wahrem Glück, das sich in Glauben, Hoffnung und Liebe spürbar macht; zunächst für uns, später aber auch für die anderen, die um uns sind.

 

Herr, Jesus Christus, mache uns demütig und klein, damit wir erkennen können, dass Du am Kleinen, Winzigen Gefallen hast; und dass Du gerade das brauchst, um uns das wahre Glück zu schenken, das unser Herz begehrt!  Amen.

 

Ihr Kaplan Witold Wójcik


Tagesimpuls 23.04.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

„Wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch“ (Joh 3,31). Diesen Satz sagt Jesus, um zu verdeutlichen, dass er nicht von der Erde stammt. Jesus ist vom Himmel gekommen, um himmlisch zu reden. Das heißt, dass er so unseren Blick auf den Himmel lenken möchte. Im Kolosserbrief schreibt Paulus: „Ihr seid mit Christus auferweckt; darum strebt nach dem, was im Himmel ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt. Richtet euren Sinn auf das Himmlische nicht auf das Irdische!“ (Kol 3,1-2). Durch die Auferstehung Jesu, sprich dank Ostern, ist unser Ziel der Himmel. - Glauben wir daran? Glauben wir wirklich, dass es ein ewiges Leben bei Gott gibt? Glauben wir, dass der Tod besiegt ist? Wie oft reden wir himmlisch? Oder richtet sich unser Blick nur auf die Erde, auf unsere Probleme und Sorgen im Hier und Jetzt? - Himmlisch zu leben heißt, sich auf den Himmel zu freuen; das Leben vom Ziel her zu sehen. Vor einigen Wochen hat mir jemand, als es um die Frage der fehlenden Zukunftsperspektive in der Coronakrise ging, gesagt: „Aber Herr Kaplan, wir Christen haben doch immer eine Zukunft. Unsere Zukunft ist der Himmel. Deswegen versuche ich so zu leben, als ob jeder Tag mein letzter sein könnte“. Lassen Sie uns heute unseren Blick zum Himmel, zum ewigen Leben richten, das schon hier beginnt.

 

Kpl. Johannes Rödiger


Tagesimpuls 22.04.2020

 

Liebe Gemeinden, liebe Brüder und Schwester in Christus,

Der Evangelist Johannes spricht heute zu uns über das Licht und über die Finsternis. Die Frage, die an uns heute gestellt wird, lautet: bin ich für die Finsternis, oder bin ich für das Licht. Ich glaube, dass alle auf diese Frage antworten werden, in dem sie sagen: selbstverständlich bin ich für das Licht. - Was sonst? Was heißt aber im Licht zu leben? Jesus antwortet darauf im heutigen Evangelium, in dem er sagt: „Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind“ (Joh 3, 21). So können wir nun auf die Frage, ob wir im Licht leben, antworten. Tue ich die Wahrheit, das Gute, das Wahre? Brauche ich mich nicht zu verstecken, zu schämen, für das was ich tue? Kann jede Tat, die ich tue, offengelegt werden? Könnte ich beispielsweise ohne Vorbehalte über meine Taten mit meiner Frau oder mit meinem Mann reden, oder nicht? Wenn ja, dann leben wir wirklich im Licht.

Aber wenn wir feststellen, dass es vielleicht nicht so ist, brauchen wir keine Angst zu haben. Wir brauchen nicht zu verzweifeln. Genau das ist eine gute Gelegenheit, um zu Gott zu rufen und Ihn zu bitten, dass Er uns hilft aus der Dunkelheit herauszukommen, dass Er uns ermöglicht im Licht zu leben. Dass Er uns befähigt die Taten des Lichtes zu tun.

 

Ihr

Pfr. Marek Malesa


Tagesimpuls 21.04.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

das Johannesevangelium des heutigen Tages erzählt uns weiter vom Besuch eines Pharisäers, namens Nikodemus bei Jesus. Alles geschieht in der Nacht, und zwar heimlich. Die Gestalt dieses Pharisäers lässt uns feststellen, dass auch die Welt der Gelehrten und Autoritäten in Israel ein gewisses Interesse an der Lehre und Meinung des neuen und so außergewöhnlichen Meisters hatte. Nicht alle lehnten Jesus vornerein ab. Die Zeichen und Wunder, die Er tat; das, was Er predigte, bewegte auch jene Leute. Auch so setzte Jesus ein konkretes Zeichen dafür, dass Er für alle Menschen gekommen ist und dass Er alle mit der gleichen Liebe behandelt hat. In Jesus Christus möchte Gott das Herz jedes Menschen erreichen. Diese nächtliche Begegnung mit Jesus – vielleicht waren es noch andere Male – verwandelte Nikodemus, so dass er langsam ein Jünger Jesu wurde; auch wenn nur heimlich. Sein Jünger-Jesu-werden war ein Prozess. Und dieser Prozess macht sich im Johannesevangelium bemerkbar. Nikodemus taucht noch zweimal auf. Einmal, als er vergeblich versuchte, Jesus vor dem Hohen Rat zu verteidigen und das zweite Mal, als er beim Begräbnis Jesu mitgeholfen und sich so zu Jesus bekannt hat.

Gott ist bereit, wie mit Nikodemus, mit jeder und jedem von uns in einen Dialog einzutreten. Er belästigt keine und keinen von uns, sondern lässt uns immer die Zeit, die wir brauchen, um zu Ihm zu kommen; uns Ihm zuzunähen. Er hat immer das Ohr für das Gespräch mit uns offen. Die Frage ist nur, ob wir die Zeit finden, mit Ihm zu reden. Ob wir uns die Zeit für das Gebet nehmen. Denn dort geschieht dieses Gespräch. Im Gebet können wir unsere Anliegen, Nöte, ja, unsere Fragen und alles, was uns betrübt und was schwer zu verstehen ist, vor Gott bringen. Im ständigen Dialog mit Gott werden wir im Prozess unserer Jüngerschaft Jesu gestärkt. So können wir Ihn mutiger bekennen, sowie es bei der ersten Gemeine der Gläubigen in der heutigen Apostelgeschichte war: »[Sie] war ein Herz und eine Seele […] Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung Jesu, das Herrn, und reiche Gnade ruhte auf ihnen allen« (Apg 4, 32a.33).

 

Herr, Jesus Christus, schenke uns in unseren täglichen Gebeten eine tiefe Begegnung mit Dir, damit wir zur vollkommenen Jüngerschaft gelangen können. Diese erlaubt uns, eines Herzens und einer Seele im Zeugnis von Deiner Auferstehung und im Bekenntnis zu Dir zu sein! Amen.

 

Ihr Kaplan Witold Wójcik


Tagesimpuls 20.04.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

In der Lesung hören wir heute, wie die Apostel aus dem 2. Psalm zitieren: „Warum machen die Nationen vergebliche Pläne?“ (Ps 2,1). Dieser Satz scheint, lange nicht mehr so aktuell gewesen zu sein wie heute. Nicht nur die Pläne der Nationen auch unsere persönlichen Pläne sind in dieser Zeit vergeblich. Wir durften uns nicht zu den Ostergottesdiensten treffen, kommenden Samstag wäre der Gemeindeausflug gewesen, um nur zwei Beispiele zu nennen. So haben sich in Ihrem Leben sicherlich auch viele Pläne erübrigt. Im Jakobusbrief heißt es: „Ihr aber, die ihr sagt: Heute oder morgen werden wir in diese oder jene Stadt reisen, dort werden wir ein Jahr bleiben, Handel treiben und Gewinne machen - ihr wisst doch nicht, was morgen mit eurem Leben sein wird. Rauch seid ihr, den man eine Weile sieht; dann verschwindet er. Ihr solltet lieber sagen: Wenn der Herr will, werden wir noch leben und dies oder jenes tun“ (Jak 4,13-15).

So kann uns diese Zeit lehren, in der Vorläufigkeit zu leben. Die Vorläufigkeit hat mit der Demut zu tun. Sie zeigt uns, dass wir nicht der Herr unseres Lebens sind. Dass wir das Leben im Letzten nicht in unserer Hand haben. Das Leben in der Vorläufigkeit führt uns aber auch zu einem Leben im Vertrauen auf die Vorsehung Gottes. Gott sorgt vor. Dies durfte ich oft in meinem Leben erfahren. Und auch wenn in diesen Tagen viele unserer Pläne zerschlagen worden sind, Gott hat einen Plan der Liebe für einen jeden von uns.

 

Kpl. Johannes Rödiger


Tagesimpuls 19.04.2020

 

Liebe Brüder und Schwester in Christus,

heute ist der Sonntag der Barmherzigkeit, den Johannes Paul II, der zukünftige Schutzpatron unserer Pfarrei, am ersten Sonntag nach Ostern im Jahre 2000 ins Leben gerufen hat. An diesem Tag wurde von ihm die Schwester Faustina zu Ehren der Altäre erhoben. Gott hat ihm eine Gnade gemacht. Er ist am Vorabend des „Weißen Sonntags“, am 02.04.2005 ins Haus des Vaters heimgekehrt. Die Barmherzigkeit Gottes. Die brauchen wir alle. Jeden Tag. Wer ist schon von uns ohne Sünde, wer von uns hat keine Fehler gemacht, wer von uns ist perfekt? Ehrlich, habe ich, hast du wirklich niemals einen Fehler begangen, nichts Schlechtes gesagt? Keiner von uns ist perfekt. Glauben wir wirklich, dass wir der Liebe wert sind? Der wahren Liebe? Mit der wahren Liebe meine ich die Liebe, wo einer mich ganz kennt, über mich alles weiß, wirklich alles, die schönsten und die unschönen Sachen und mich liebt. Der Mensch, um wahrhaft zu leben, muss geliebt werden, muss sich geliebt fühlen. Deswegen brauchen wir jemanden, der uns sagt: Ich liebe dich. Ich liebe dich, so wie du bist! Mit deinen Schwächen, mit deinen Fehlern, mit deinen Sünden! Ich vergebe dir alles! Alles! Egal, was du mir oder den Anderen angetan hast, ich vergebe dir, weil ich dich liebe!

 

Jesus hat zu Schwester Faustina gesagt: „Ich wünsche, dass das Fest der göttlichen Barmherzigkeit die Zuflucht aller Seelen, vor allem aber aller Sünder wird. An diesem Tage wird die ganze Fülle meiner Barmherzigkeit sich ergießen. Ich werde ein ganzes Meer von Gnaden auf die Seelen ausgießen, die sich dieser Quelle nähern werden. … Niemand soll Angst haben, zu mir zu kommen, wenn auch seine Sünden die verwerflichsten wären“.

 

Nutzen wir in der Form, die uns in dieser Zeit der Corona Pandemie möglich ist, sich an Gott, an Gottes Barmherzigkeit zu wenden um alle Gnaden, die davon kommen, zu erhalten.

Es ist wichtig Gottes Barmherzigkeit persönlich zu erfahren. Aber das allein reicht nicht aus. Jeder von uns ist eingeladen, diese Barmherzigkeit weiterzugeben. Wenn Gott mir seine Barmherzigkeit erwiesen hat, und ich meinem Nächsten nicht, was bringt das alles? „Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?“ (Mt 18, 33) hört im Evangelium der unbarmherzige Schuldner. Deswegen sind wir eingeladen, so wie Gott zu uns, auch zu dem anderem sagen: Ich liebe dich, so wie du bist! Mit deinen Schwächen, mit deinen Fehlern, mit deinen Sünden! Ich vergebe dir alles! Alles! Egal, was du mir angetan hast, ich vergebe dir, weil ich dich liebe!

 

Ihr

Pfr. Marek Malesa


Tagesimpuls 18.04.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

an dem heutigen Samstag in der Osteroktav gibt uns die Kirche in der Wortliturgie das Markusevangelium und seinen Bericht über das Treffen des auferstanden Christus mit seinen Jüngern. Das, was vielleicht am meisten in Staunen versetzt, ist die totale Verschlossenheit der Apostel gegenüber den ersten Boten, welche ihnen berichten, dass sie den Herrn lebendig gesehen haben. Ihr Unglaube und ihre Verstocktheit werden von Jesus getadelt, als Er zuletzt auch den Elf erschien. Trotz alledem vertraut ihnen Jesus die wichtige Mission an: »Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!« (Mk 16, 15). Dank diesem Auftrag, den die Jünger nicht abgelehnt haben, und ihrem Mut, die gute Nachricht von der Auferstehung Jesu Christi zu bezeugen und zu verkündigen, hat das Evangelium uns und die ganze Welt erreicht. Denn wie Petrus dann vor dem Hohen Rat in der ersten Lesung sagen wird: »Ob es vor Gott recht ist, mehr auf euch zu hören als auf Gott, das entscheidet selbst. Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben« (Apg 4, 19-20).

 

Heute legt uns der Herr denselben Auftrag ans Herz, den Er seinen Jüngern gegeben hat. Auch wir können unmöglich von dem schweigen, was wir durch die Kirche an Glauben, Hoffnung und Liebe geschenkt bekommen haben. Das ist unsere Aufgabe in dieser Zeit, in der die Menschen verzweifeln; viele Fragen nach dem Sinn des Ganzen stellen: Botinnen und Boten der hoffnungsvollen Verkündigung von der Heilstat Jesu für die ganze Welt zu sein. Denn Er ist auferstanden und lebt!

 

Herr, Jesus Christus, unser Retter, schenke uns Mut und Großzügigkeit für das Evangelium, damit die Welt in der Hoffnung verwurzelt werden kann, dass Du der gute Gott bist, der die Geschichte aller in seinen Händen hält! Amen.

 

Ihr Kaplan Witold Wójcik


Tagesimpuls 17.04.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

Im heutigen Evangelium nach Johannes befinden sich die Jünger in Galiläa am See von Tiberias. Petrus sagt zu den anderen Jüngern, dass er fischen gehe (vgl. Joh 21,3). Er und die anderen gingen nach der Auferstehung Jesu zunächst ihrer alten Arbeit nach. Sie kehrten in den Alltag zurück. Dort in ihrem Alltag begegnet ihnen Jesus als der Auferstandene. Vielleicht kehren wir nach dem Ostersonntag innerlich auch wieder in unseren Alltag zurück. Selbst die Corona-Auflagen werden stückweise gelockert, so dass wir noch mehr zum Alltag zurückkehren können. Christus möchte sich uns in unserem alltäglichen Leben zeigen. Vielleicht geht es uns auch wie Perus, dass wir Ihn zunächst nicht erkennen und jemanden brauchen, der uns sagt: „Es ist der Herr!“ (Joh 21,7). Manchmal sind es konkrete Menschen, die uns helfen Jesus in unserem Leben zu entdecken. Aber auch der Heilige Geist, die sanfte Stimme Gottes in unserem Innern, weist uns auf Jesus hin. Bitten wir den Heiligen Geist, dass wir Jesus heute in unserem Leben als den Auferstandenen erkennen.

 

Kpl. Johannes Rödiger


Tagesimpuls 16.04.2020

 

Liebe Gemeinden, liebe Brüder und Schwester in Christus,

Wir befinden uns in der Osterwoche. Diese Zeit wird Osteroktav genannt. Acht Tage lang feiern wir wie einen Tag. Es ist der Kirche nicht genug, dass wir Ostern nur am Ostersonntag feiern. Sie lädt uns ein, uns acht Tage lang zu freuen, acht Tage lang dieses große Fest zu feiern.

Im Evangelium hören wir heute von den Jüngern Jesu, die vom Emmaus nach Jerusalem zurückkehren, um den anderen zu erzählen, dass Jesus auferstanden ist, dass Er lebt. Und in diesem Moment erscheint ihnen allen Jesus; der Auferstandene. Er macht den Jüngern Mut. Er will ihre Zweifel beseitigen. Damit sie ihm glauben, entscheidet Er sich vor ihren Augen zu essen. Der Auferstandene isst einen gebratenen Fisch. Er ist kein Geist; kein Gespenst. Er ist, auch wenn mit dem verklärten Leib, wirklich. Und so ist Er auch im Himmel: mit seinem Leib. Auch seine Mutter Maria ist im Himmel mit ihrem Leib. Auch mein und dein Leib wird auferstehen und wird in den Himmel kommen. Nicht nur meine Seele, aber auch mein Leib. Deswegen ist für uns Christen auch der Leib wichtig - nicht nur der Geist. Unser Leib ist der Tempel Gottes. In dir und in mir wohnt Gott. Deswegen kann ich mit meinem Leib nicht machen, was ich will. Unser Leib ist heilig.

Ich habe vor kurzem eine Zeichnung gesehen: Der Teufel und Gott schauen sich die Erde vom Himmel herab an. Der Teufel sagt zu Gott: Siehst du, ich habe dir alle Kirchen zu gemacht. Gott antwortet darauf: Ich habe die Kirchen in jedem Haus eröffnet. In mir und in dir ist Gott. Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin Ich mitten unter Ihnen. (Mt 18,20). Wo du bist, und wo ich bin, dort ist die Kirche.

 

Ihr

Pfr. Marek Malesa


Tagesimpuls 15.04.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

in der Osteroktav, welche die ganze Woche nach dem Ostersonntag dauert, sind wir von der Kirche eingeladen, sie als einen Tag der Auferstehung zu erleben. Wir feiern jeden Tag Ostern. Jeden Tag erreicht uns die frohe Botschaft des Ostersonntags: Christus erstand! Halleluja! Auch die Evangelien dieser Woche erzählen uns von den ersten Begegnungen des Auferstandenen mit jenen, die Ihm zu Lebzeiten gefolgt sind.

 

Heute erfahren wir vom sehr bewegenden Treffen Jesu mit Maria Magdalena. Diese Frau liebte Jesus sehr. Das leere Grab ihres Herrn hat sie so betroffen gemacht, dass sie zu weinen anfing; denkend, dass jemand den Leichnam Jesu einfach weggebracht hat. In diesem Augenblick gibt Jesus sich ihr zu erkennen, indem Er sie bei ihrem Namen zuruft. So erfährt Maria Magdalena, dass Jesus auferstanden ist; dass Er tatsächlich lebt. Sie hat Ihn erkannt, weil Er ihren Namen mit großer Zärtlichkeit und Liebe ausgesprochen hat; wie bei der ersten Begegnung, als Jesus sie von all ihren Dämonen geheilt und ihr neues Leben geschenkt hatte. Damals hatte sie zum ersten Mal die wahre Liebe gekostet, die rein auf sie geschaut hatte, ohne sie zu verurteilen. So begegnet sie jetzt dem auferstanden Jesus und wird zur ersten Osterbotin der Weltgeschichte.

 

Gott kennt uns alle beim Namen, den Er in Jesus Christus heute ausspricht, damit auch wir, mit Freude erfüllt, die frohe Botschaft von Ostern weiterbringen: „Er lebt! Der Tod ist besiegt und hat keine Macht über uns! Im Auferstandenen sind wir alle Sieger!“

 

Herr, Jesus Christus, Du Sieger über Sünde und Tod, schenke uns heute wieder Deine Auferstehung zu erfahren, damit wir zu Deinen Osterboten werden. Damit wir die gute Nachricht verkünden, dass Du der wahre Herr über Ängste, Krankheiten und allem Bösen bist!

 

Ihr Kaplan Witold Wójcik


Tagesimpuls 14.04.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

heute ist es genau ein Monat, dass wir keine gemeinsamen Gottesdienste mehr feiern. Wir hoffen sehr, dass wir bald - zwar unter Auflagen - wieder gemeinsam unseren Glauben feiern dürfen.

Im heutigen Evangelium begegnet Jesus den Frauen als der Auferstandene. Er sagt zu ihnen: „Fürchtet euch nicht“ (Mt 28,10). Dieser Satz taucht häufig in den Evangelien auf. Der Engel sagt zu Zacharias, Maria, Josef und den Hirten immer wieder: Fürchte(t) dich/euch nicht. Auch Jesus sagt vor seinem Sterben zu seinen Jüngern: „Habt Mut: Ich habe die Welt besiegt“ (Joh 16,33).

Heute sagt der Auferstandene zu uns: Habt Mut, fürchtet euch nicht. Habt keine Angst vor den Krankheiten, den Leiden, der Zukunft, … „Ich habe die Welt besiegt“. Es gibt mehr als unser Leben hier auf der Erde. Uns erwartet der Himmel. Deshalb brauchen wir keine Angst haben. Bitten wir den Herrn heute um einen solchen festen Glauben, der über den Tod hinausgeht.

 

Kpl. Johannes Rödiger


Tagesimpuls 13.04.2020

 

Liebe Gemeinden, liebe Brüder und Schwester in Christus,

Ostermontag. Der Tag nach der Auferstehung. Vom Karsamstag bis zum Ostersonntag herrschte Stille, Ruhe, Angst und Verzweiflung. Die Folge davon waren Bewegungslosigkeit und Stillstand. Das gleiche passiert immer wieder in unsrem Leben, wenn uns Sorgen, Probleme und Krisen überwältigen und uns ohnmächtig machen.

 

Ab Ostersonntag passiert aber etwas Neues. Da kommt die Bewegung hinein. Die Frauen gehen zum Grab. Dann laufen sie zu den Jüngern. Petrus und Johannes laufen zum Grab. Die Jünger geben diese unglaubliche Nachricht weiter: Er ist auferstanden! Es gibt Bewegung. Es kommt Leben in das Leben der Menschen hinein. Noch mit Unglauben, noch mit Misstrauen, aber das Leben beginnt. Es beginnt Bewegung. Nach der dunklen Nacht kommt die Sonne heraus. Nach dem Tod kommt das Leben. Nach jedem Tod kommt das Leben. Auch nach jedem Tod, den ich jeden Tag erfahre, kommt immer wieder das Leben, kommt die Sonne heraus, kommt die Hoffnung.

 

Glauben wir fest, liebe Schwester und Brüder, dass diese Erfahrung der Auferstehung auch zu deiner und meiner Erfahrung werden wird. Christus ist auferstanden! Er lebt! Der Tod ist besiegt! Jeder Tod! So wie wir es im ältesten erhaltenen deutschsprachigen Osterlied singen:

 

„Christ ist erstanden von der Marter alle …“

 

Ihr

Pfr. Marek Malesa


Tagesimpuls 12.04.2020

 

Christus ist auferstanden! Halleluja! Er ist wahrhaft auferstanden! Halleluja!

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

mit diesem Ruf grüßen wir Sie ganz herzlich an diesem Ostersonntag und bringen unsere Freude zum Ausdruck, dass unser Herr Jesus Christus wahrhaft von den Toten erstanden ist. Er, der gestorben ist, lebt wieder. Sein Grab ist leer, wie Petrus und Johannes im heutigen Evangelium feststellen müssen. Sie finden nur »Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte« (Joh 20, 6-7). Und dieses geheimnisvolle Bild bewegt den geliebten Jünger Jesu zu glauben: »er sah und glaubte« (Joh 20, 8). Auch wir werden von diesem Bild angesprochen und eingeladen, mit Glauben zu sagen: „Ja, das Grab ist leer: Jesus Christus ist glorreich auferstanden!“ So dürfen wir wieder die Osterfreude kosten und unser fröhliches Halleluja singen.

 

Im Katechismus der Katholischen Kirche lesen wir: »Das Ostergeheimnis hat zwei Seiten: Durch seinen Tod befreit uns Christus von der Sünde, durch seine Auferstehung eröffnet Er uns den Zugang zu einem neuen Leben. Dieses besteht zuerst in der Rechtfertigung, die uns wieder in die Gnade Gottes versetzt. […] Die Rechtfertigung besteht im Sieg über den durch die Sünde verursachten Tod und in der neuen Teilhabe an der Gnade. Diese Gnade vollzieht die Annahme zu Söhnen Gottes, denn die Menschen werden Brüder Christi. […] Seine Brüder sind wir nicht aufgrund unserer Natur, sondern durch ein Geschenk der Gnade, denn diese Adoptivsohnschaft schenkt eine wirkliche Teilhabe am Leben des eingeborenen Sohnes, das in seiner Auferstehung voll zutage getreten ist. […] Christus, „der Erstgeborene der Toten“ (Kol 1, 18), ist der Urheber unserer eigenen Auferstehung, schon jetzt durch die Rechtfertigung unserer Seele und dereinst dadurch, dass Er unseren Leib lebendig machen wird.« [KKK 654 und 658]

 

Eine solche Erfahrung der Auferstehung wünschen wir Ihnen in Ihrem Leben von Herzen. Ihnen und Ihren Familien ein frohes und gesegnetes Osterfest!

 

Ihre Hauptamtlichen des Pastoralen Raumes Hoppenwalde-Pasewalk


Tagesimpuls 07.04.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

Stille. –

Die Stille des Karsamstags.

Der Karsamstag ist der einzige Tag im gesamten Kirchenjahr, der, abgesehen vom Stundengebet, keine eigenen Lesungen hat. Deswegen kann es heute auch keinen Impuls zum Tagesevangelium geben.

 

Betrachten wir heute den Satz aus dem apostolischen Glaubensbekenntnis: „Hinabgestiegen in das Reich des Todes.“

Christus steigt nach seinem Tod am Kreuz in das Reich des Todes.

Er steigt hinab in unseren Tod; in all das, was in uns tot und verwest ist.

Er steigt hinab in unsere tiefsten Abgründe, die wir nicht einmal uns selber eingestehen wollen.

Christus steigt in den Tod hinab, um uns mit ihm zum Leben zu führen.

 

Kpl. Johannes Rödiger


Tagesimpuls 10.04.2020

 

Liebe Gemeinden, liebe Brüder und Schwester in Christus,

heute ist Karfreitag. Um 15.00 Uhr stirbt Jesus am Kreuz. Es ist vorbei - So denken seine Jünger. Es ist vorbei - So denken viele, die Jesus getroffen haben, Ihn gehört haben, von Ihm geheilt wurden. Es ist schade, sagen sie. Er war ein guter Mann, Er hat so viel Gutes getan. „Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde“ (Lk, 24,21). Vielleicht denken auch wir heute genauso. Vor allem in dieser schwierigen Zeit, die wir alle durchmachen. Gott gibt es nicht. Er ist nicht da. Er kann mir nicht helfen. Und ich habe so auf Ihn gehofft, so stark auf Ihn gezählt.

 

Die Zeit des Karfreitags ist sehr wichtig. Diese Zeit der Verzweiflung, der Ratlosigkeit ist in unserem Leben fundamental. Ohne sie würden wir nie die Erfahrung der Auferstehung machen können. Den Karfreitag erleben wir immer wieder in unserem Leben, in unserer Ehe, Familie, auf der Arbeit, etc.. Die Erfahrung des Scheiterns, des Nicht-Weiter-Könnens, der Verzweiflung. Immer wieder erleben wir den Karfreitag in unserer Geschichte. Aber wir erleben danach auch immer wieder die Auferstehung, den Ostersonntag. Haben sich unsere Probleme nicht dann doch irgendwie gelöst? Haben wir die Ehe- o. Familienkrise nicht doch überstanden? Hat dieses konkrete Problem auf der Arbeit nicht doch eine Lösung gefunden? Ich glaube viele von uns würden, wenn wir in die Vergangenheit blicken, das bestätigen können. Aber vielleicht machen wir heute wieder die Erfahrung des Karfreitags. Wenn ja, bleiben wir auf unserem Kreuz und verlieren wir nicht das Vertrauen auf Gott.

 

„Heilig Kreuz, du Baum der Treue, edler Baum, dem keiner gleich,

keiner so an Laub und Blüte, keiner so an Früchten reich:

Süßes Holz, o süße Nägel, welche süße Last an euch.“

 

Ihr

Pfr. Marek Malesa


Tagesimpuls 09.04.2020 – Gründonnerstag

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Abend des Gründonnerstags führt uns hinein in die Feier der drei österlichen Tage vom Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu. Mit seinen Jüngern feiert Jesus am letzten Abend vor seinem Tod das Paschamahl.

Schon oft hatten sie Mahlgemeinschaft. Aber bei diesem letzten Abendmahl ist alles ganz anders. Jesus zeigt seinen Jüngern das Brot und sagt dazu: „Das ist mein Leib für euch“. Und den Kelch reicht er mit den Worten: „Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut.“ Diese Worte übersteigen alles menschliche Begreifen! Aber spiegelt das ganze Abendmahlsgeschehen mit diesen einmaligen Worten Jesu nicht genau wider, wie Jesus bisher sein Leben verstanden und gelebt hat? Hat er nicht sein Leben stückweise hingegeben als Brot, als gutes, nahrhaftes Brot? Und war sein Leben nicht ein erfrischender Trank für alle, die Durst hatten nach Vergebung, Gerechtigkeit, Heil und Leben?

Dieses Abendmahl ist die Feier der Liebe, die bis zum Äußersten geht! Jesus spricht: „Mit Sehnsucht habe ich danach verlangt dieses Mahl mit euch zu feiern, bevor ich leide.“ Lk 22,15 Durch Jesus Auftrag: "Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ sind auch wir, wie die Jünger, eingeladen, Jesus Liebe, seine Hingabe, sein Wirken in der Welt fortzusetzen. Jesus selbst gibt uns die Kraft dazu.

Anregungen kann uns das bekannte Gebet im Gotteslob Nr. 19,4 geben:

 

„Herr, lass mich trachten,

nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;

nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;

nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;

wer sich selbst vergisst, der findet;

wer verzeiht, dem wird verziehen;

und wer stirbt, erwacht zum ewigen Leben“

 

Ihre Birgitta Protzky

Gemeindereferentin


Tagesimpuls 08.04.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

wir sind in der Mitte der Karwoche und an der Schwelle zu den drei österlichen Tagen des Paschamysteriums von Leiden, Sterben und Auferstehung Jesu Christi. Die Kirche gibt uns heute das Evangelium nach Matthäus, das uns vom Paschamahl Jesu mit seinen Jüngern, aber auch von den Ereignissen erzählt, die direkt davor geschehen sind. Im Zentrum steht wie gestern Judas Iskáriot, der Jesus den Hochenpriestern ausliefern will. Jene geben ihm dafür dreißig Silberstücke, also den festen Preis für einen Sklaven, welcher dem Besitzer von dem ausgezahlt werden müsste, der seinen Sklaven umgebracht hat. Soviel ist der Sohn Gottes wert. So wird Er zum Sklaven dessen, der sein Jünger ist. Was ist das für eine totale Demut! Welche unglaubliche Liebe brennt in seinem Herzen, dass Gott es erlaubt, dass die Menschen Ihn wie einen Sklaven behandeln, sowie der Prophet Jesája in der ersten Lesung angekündigt hat: »Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel« (Jes 50, 5-6).

Ja, liebe Schwestern und Brüder, Gott lässt es zu. Nur so kann Er uns von der Sklaverei der Sünde und des Todes befreien, indem Er sich zum Sklaven macht. Denn es geht Ihm um uns Menschen. Er will uns nur die grenzenlose Liebe Gottes, seines Vaters, zeigen. Deshalb verteidigt Er sich nicht und macht für uns diesen Schritt seiner Erniedrigung. So rettet Er das, was Ihm der Vater übergeben hat und was sein Schatz ist; nämlich: seine Geschöpfe, die wir selbst sind.

 

Herr Jesus Christus, Deine grenzenlose Liebe und Hingabe bis zum Sklaven-Werden hat die Macht der Sünde und des Todes vernichtet und uns ein neues Leben gegeben. Schenke uns die Kraft, um der Liebe zu Dir und um des Heiles Willen unserer Mitmenschen Deine Sklaven zu werden! Amen.

 

Ihr Kaplan Witold Wójcik


Tagesimpuls 07.04.2020

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
im heutigen Evangelium geht es um Judas und Petrus. Beide werden Jesus verraten. Judas‘ Verrat ist uns geläufiger. Bei Petrus hingegen spricht man davon, dass er Jesus verleugnet hat. Aber war der Verrat des Petrus nicht viel schwerwiegender? - Gerade Petrus, der Fels, der Jesus als den Messias bekannt hat, der bei allen besonderen Ereignissen dabei sein durfte. Der sogar so weit ging, zu sagen, dass er bereit wäre, für und mit Jesus zu sterben. Dieser Petrus antwortet auf den Satz: „Der war mit Jesus aus Nazaret zusammen“ (Mt 26, 71) mit dem Verrat: „Ich kenne diesen Menschen nicht“ (Mt 26, 72). Ja, im Grunde hat er die Wahrheit gesagt, er kannte Jesus wirklich nicht. Kennen bedeutet lieben. Er versuchte, seine Haut zu retten. Aber vor allem kannte er sich noch nicht. Nach der Auferstehung fragt Jesus Petrus dreimal hast du mich lieb? (Joh 21, 15-19) Und erst beim dritten Mal versteht er, wer er ist. Er sagt: „Herr, du weißt alles, du weißt, dass ich dich liebhabe“ (Joh 21, 17).
Fragen wir uns heute, ob Judas und Petrus uns nicht so fern sind. Verraten nicht auch wir auf verschiedene Weise den Herrn?
Der Unterschied zwischen Judas und Petrus ist, dass Judas es nicht ertragen hat, Jesus verraten zu haben, und sich umbringt. Petrus hingegen lässt sich von Jesus vergeben.

Kpl. Johannes Rödiger


Tagesimpuls 06.04.2020

 

Liebe Gemeinden, liebe Brüder und Schwester in Christus,

gestern hat mit dem Palmsonntag die Karwoche begonnen. Die wichtigste Zeit für uns Christen. Aber nicht nur für uns, sondern für die ganze Welt. Auch wenn die Welt vielleicht nichts davon weiß, oder nichts davon wissen will. Gott liebt die ganze Welt. Er liebt jeden Menschen. Und Christus ist für jeden Menschen gestorben, damit jeder von uns das ewige Leben in sich haben kann. Damit die Sünde, das Böse über uns keine Angst und Macht hat. Damit die Verzweiflung, Angst und Enttäuschung uns nicht überwältigt.

In diesen Tagen werden uns die Lieder des Knechtes Jahwe aus dem Buh Jesaja begleiten. Der Knecht Gottes, Jesus, nimmt alle Sünden auf sich; die Sünden aller Menschen - deine und meine. Er wehrt sich nicht dagegen. Die Bosheit, den Neid, den Zorn, die Gewalt, die Habsucht, etc. all das nimmt Er demütig an. Weil Er das alles in seiner Person ans Kreuz nageln lässt und uns nur so davon befreien kann. Es ist auch ein Wort an uns. Auch wir sind eingeladen das Kreuz, das Leiden auf uns zu nehmen; auch die Sünder der Anderen. Nur so kann das Böse besiegt werden. Es gibt keinen anderen Weg, als das Böse durch das Gute zu besiegen. „Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute!“ (Röm 12, 21)

Heute lesen wir im Evangelium, dass Jesus nach Betanien, einen Vorort Jerusalems, zu seinen Freunden, Marta, Maria und Lazarus, den er auferweckt hat, kommt. Er macht sich auf den Weg nach Jerusalem, um dort zu sterben. Bei den Juden musste der Leichnam, bevor er ins Grab gelegt wurde, gesalbt werden. Jesus weiß, dass es nach seinem Tod dafür keine Zeit geben wird. Deswegen lässt er Maria dieses Werk der Liebe schon im Voraus an sich tun. Jesus weiß alles. Er weiß auch alles über uns. Vertrauen wir Ihm heute.

 

Pfr. Marek Malesa


Tagesimpuls 05.04.2020

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit dem Palmsonntag wird die Karwoche eröffnet. Wir treten ein in das Gedenken des Leidens und Sterbens Jesu. Es beginnt in Jerusalem mit dem Einzug Jesu auf einem Esel. Die Leute jubeln ihm zu und grüßen ihn „Hosianna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!“. Dieser Ruf war in der Geschichte zunächst ein Bitt- und Hilferuf. Die Menschen, die diesen Einzug begleiten, setzen ihre ganze Hoffnung auf den, den sie für den Messias halten. Er, der auf der Seite der Kleinen und Schwachen steht, wird sie, so bitten und hoffen sie, aus der Knechtschaft der römischen Besatzungsmacht befreien. In Israel gab es die Erwartung eines politischen Messias und eines Messias, der von Gott kommt und sein Reich auf Erden bringt. Und so ist das Hosianna auf der anderen Seite - wie das Kyrie auch - eine Huldigung an Gott, dem man zutraut, dass er helfen kann.

Die Jünger sind überrascht, dass ihrem Meister so ein Empfang bereitet wird. Erst im Nachhinein, als sie über das Geschehene reflektieren, können sie dies im Licht des Alten Testamentes und des Glaubens deuten. Jetzt verstehen sie, dass Jesus unseren Blick für das Reich Gottes öffnen will. Dass er unsere Gebrechlichkeit, unsere Nöte und Ängste, ernst nimmt, auf sich nimmt und zu Gott tragen will. Denn er ist ein Gott, der sich mit unserem Leben solidarisch erklärt, weil er uns liebt.

Wir Menschen liegen ihm am Herzen und er leidet mit uns, wie eine Mutter mit ihrem kranken Kind. Mit ihrer ganzen Liebe tröstet sie, wacht am Bett des Kindes und tut alles, was dem Kind Linderung bereitet. Es schmerzt sie und sie ist traurig darüber, dass sie ihrem Kind die Krankheit nicht abnehmen kann.

Jesus ist auf seinen Wanderungen durch das Land vielen leidenden Menschen begegnet. Die Menschen strömten zu ihm mit ihren Krankheiten, mit ihren Leiden. Sie waren voll Hoffnung auf Heilung und erfuhren bei Jesus Annahme, Verständnis und Mitleid. Auch heute gibt es weltweit– wir erfahren es durch die Medien - und in unserer Umgebung viel Leid. Leid, welches geduldig ertragen wird, Leid, welches zu erdrücken droht. Jedem fallen sicherlich Menschen ein, die auf unterschiedlichste Weise leiden. Vielleicht bedrückt auch Sie etwas Schmerzliches, etwas Schweres, etwas, was Ihnen weh tut? Stehen Sie oft ohnmächtig diesem Leid gegenüber?

Auch wenn Jesus keine Antwort auf das Warum des Leidens gibt, so zeigt er uns doch durch sein Leben und Sterben, dass er mitleidet am Leid des Menschen, dass er uns im Leid nahe ist. Wir Christen hören deshalb in Leid und Schmerz nicht nur die Melodie des Leidens, sondern auch die Melodie der österlichen Hoffnung, des österlichen Sieges. So gibt er uns durch seine Liebe die Kraft unsere Leiden zu tragen! Jesus ist den Weg vorangegangen, der vom Dunkel zum Licht führt! Lassen Sie uns unseren Lebensweg mit Jesus voll Vertrauen gehen!

 

Eine besinnliche und gesegnete Karwoche wünscht Ihnen und Ihrer Familie

 

Birgitta Protzky, Gemeindereferentin


Tagesimpuls 04.04.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

das Evangelium des heutigen Tages erzählt uns von einem Ereignis, das schon auf die Passion Jesu hinwiest. Die Hohepriester und Pharisäer beriefen die Versammlung des Hohen Rates, um zu beraten, was mit diesem Jesus, angesichts so vieler Zeichen und Wunder, die ihren Höhepunkt in der Auferweckung des Lazarus erreicht hat, zu tun ist. Der Beschluss kann nur einer sein – Er muss sterben. Dazu kommt noch eine schwache Begründung ihrer Entscheidung: »Dann werden die Römer kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen« (Joh 11, 48). Jedoch wie der Evangelist Johannes gut bemerkt: diese Entscheidung ist eine Prophetie, die vom Hohepriester Kájaphas ausgesprochen wurde: »Ihr versteht überhaupt nichts. Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht« (Joh 11, 48). So bringen die Führer des Volkes durch die Worte des Kájaphas die Wahrheit zum Ausdruck – auch wenn unbewusst, - dass Jesus der wahre Messias sei und seine Mission darin bestehe, für das Volk das Leben hinzugeben.

Und in der Tat gibt Er sein Leben nicht nur für das Volk hin; aber auch für uns. Nur so kann Er uns bezeugen, dass Er unser Gott ist. Ja, liebe Schwestern und Brüder, dieses Evangelium gibt uns heute die Gewissheit, dass wir in diesem Sohn Gottes unseren Erlöser und unseren Retter haben. Wenn wir nun Ihm unsere Herzen öffnen und uns durch seinen Geist leiten lassen, können wir heute erfahren, wie Er mit seinem Vater in unserer Zeit und in der ganzen Welt am Werk ist und alles zum Guten führen wird.

 

Herr Jesus Christus, vor der Karwoche stehend bitten wir Dich: stärke unseren Glauben, mehre unsere Hoffnung und erwärme unsere Liebe zu Dir und unseren Nächsten! Amen.

 

Ihr Kaplan Witold Wójcik

 


Tagesimpuls 03.04.2020

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen? (Joh 10, 32) Jesus antwortet im heutigen Evangelium mit Ironie. Diese Seite Jesu ist uns möglicherweise weniger bekannt.
Aber vielleicht stellt Jesus UNS heute diese Frage: So viele gute Werke habe ich in deinem Leben getan, für welches möchtest du mich steinigen? – Wir? Jesus steinigen? Dieser Gedanke scheint uns fremd. Vermutlich würden wir antworten: Nein, ich will Dich nicht steinigen. Fragen wir uns heute: Welche guten Werke hat Jesus in meinem Leben getan?
(Lassen Sie sich dafür an dieser Stelle vor dem Weiterlesen ein wenig Zeit.)
Doch wenn wir ehrlich sind, haben wir angesichts der Kreuze in ihrem Leben auch Glaubenszweifel. Manche von uns haben beispielsweise geliebte Menschen verloren, bei anderen ist der Lebenstraum nicht in Erfüllung gegangen, wieder anderen wurde aufgrund des Glaubens die Karriere verwehrt, ... Sicherlich können und wollen wir Jesus nicht steinigen, aber ihn in der Tiefe unseres Herzens nicht als den Sohn Gottes anerkennen schon. Jesus möchte, dass wir wie die Menschen damals glauben, dass Er der Sohn Gottes ist. Die Ablehnung der Menschen ist ihr und unser Heil geworden. Dieser scheinbare Widerspruch trifft auch auf unser Leben zu. Unsere Ablehnung kann zu unserem Heil werden. Das erste ist, die Ablehnung einzugestehen, dann können wir seine Liebe und Vergebung erfahren.

Kpl. Johannes Rödiger


Tagesimpuls 02.04.2020

 

Liebe Gemeinden, liebe Brüder und Schwester in Christus,

Jetzt in dieser Zeit, wo alles immer schwieriger wird, wo man nicht weißt, wie es weitergeht und vor allem wie lange es noch andauert, wo wir jeden Tag neue Informationen bekommen, dass man dies oder jenes nicht mehr machen darf, sind wir gerufen, fest im Glauben zu bleiben. Es gibt Leute unter uns, die um ihr Leben oder ihre Gesundheit bangen. Die Anderen leiden unter der Einsamkeit oder haben Existenzängste, weil sie nicht wissen, wie ihr Leben morgen, in einer Woche oder in einem Monat aussehen wird - weil ihre Einnahmen eingebrochen sind. Wieder andere fragen sich vielleicht, wie es mit der Firma, dem Unternehmen oder der Gemeinde weiter geht. Ich bin mir sicher, dass Gott uns beistehen wird; jedem Einzelnen. Jede und jeder von uns ist wichtig; jeder konkrete Mensch: Du, ich, deine Frau oder dein Mann, deine Kinder, deine Familie, der Nachbar, der vielleicht alleine ist. Ohne jeden von uns ist dieses Land, die Kirche, unvorstellbar. Deswegen ist es wichtig, dass wir uns und unseren Nächsten gegenseitig helfen, wo es möglich ist.

 

Heute ist der Todestag von Johannes Paul II. Er ist Schutzpatron unseres Pastoralen Raumes und der neuen zukünftigen Pfarrei. Ich habe mir gedacht, dass wir dieses Ereignis als Anlass nehmen, ihn um Hilfe zu bitten. Um Hilfe und Fürsprache in unseren konkreten Anliegen. Wenn wir täglich um 18:00 Uhr den Angelus mit unserem Bischof und anschließend ein Gesätz des Rosenkranzes gemeinsam beten, können wir bei dieser Gelegenheit den Heiligen Johannes Paul II um Gnaden, um eine Hilfe bitten. Das Hauptanliegen wäre, dass die Pandemie schnell enden möge. Selbstverständlich kann jeder noch sein privates Anliegen hinzufügen.

 

Mit der Macht des Gebetes ist es wie mit Jesus und Maria in Kana. Maria bittet ihren Sohn um ein Wunder, da der Wein bei der Hochzeit ausgegangen ist. Jesus sagt zu ihr, dass seine Stunde noch nicht gekommen sei, dass es noch nicht der Moment ist, um ein Wunder zu tun. Aber am Ende gibt er nach. Er ändert seinen Willen. Er gibt nach. Er erhört die Bitte seiner Mutter. Oder wenn wir an die heilige Monika denken, die inständig für die Bekehrung ihres Sohnes gebeten hat. Er wollte nichts von Gott und vom Glaube hören. Er lebte, wie er wollte. Und doch kam der Tag, wo er sein Leben geändert hat. Und so ist aus ihm der heilige Augustinus geworden.

 

Haben auch wir dieses Vertrauen. Bitten wir Gott, um das was für uns wichtig ist. Hadern wir mit Ihm. Geben wir nicht auf!

 

Pfr. Marek Malesa


Tagesimpuls 01.04.2020

 

Liebe Leserin und lieber Leser,

gerne singe ich das Lied im Gotteslob Nr. 423 „Wer unterm Schutz des Höchsten steht“. Dort heißt es u.a. „Dies hat Gott uns zugesagt: Wer an mich glaubt, sei unverzagt, weil jeder meinen Schutz erfährt; und wer mich anruft, wird erhört.“ – Diese Verse laden ein, mutig Gott zu vertrauen.

Vorbilder zu einem solchen Glauben gibt es in der Bibel, in der Geschichte, im eigenen Lebensumfeld. In der heutigen Lesung wird uns von drei jungen Männern erzählt, die ihren Glauben dem König Nebukadnezzar gegenüber verteidigen. Sie widerstehen ihm und weigern sich, seinen Gott, sein goldenes Standbild anzubeten. Dafür werden sie in den Feuerofen geworfen. Dieses Urteil nehmen sie im Vertrauen auf Gott an. Ein Engel kam ihnen zu Hilfe und sie verbrannten nicht.

Voller Hoffnung dürfen auch wir darauf vertrauen, dass Gott uns, unsere Familien, die vielen Menschen, die für andere Tag und Nacht im Einsatz sind und alle Menschen weltweit schützt wie die drei Israeliten im Feuerofen. Freilich ist Gottes Schutz nicht von der Art, dass wir von ihm in Watte gepackt würden. Er bewahrt uns nicht davor, durchs Feuer gehen zu müssen. Vielmehr wird er uns aber in der größten Not die Hilfe schicken, die wir brauchen – darauf dürfen wir vertrauen.

„Dies hat Gott uns zugesagt: Wer an mich glaubt, sei unverzagt, weil jeder meinen Schutz erfährt; und wer mich anruft, wird erhört.“

 

Ihre Birgitta Protzky

Gemeindereferentin


Tagesimpuls 31.03.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

die heutige Liturgie der Kirche stellt schon das Kreuz ins Zentrum. Im Buch Numeri hören wir von der Kupferschlange, die Mose an eine Fahnenstange aufhängen soll. Das ordnet Gott an, damit das Volk, das gegen Ihn gemurrt hat und durch die Giftschlangen zur Umkehr gerufen wurde, gerettet wird. Und »wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben« (Num 21, 9).

Im Johannesevangelium sagt Jesus zu den Pharisäern, die mit Ihm weiter streiten: »Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin« (Joh 8, 28). Alle Zeichen und Wunder, die Jesus getan hat, überzeugen die Pharisäer nicht wirklich. Aber das letzte Werk, das Er vollbringen wird und auf das seine ganze Mission hinweist, ist das Kreuz, welches alle von der Liebe Gottes überzeugen wird.

Das Kreuz erscheint im Zusammenhang mit der Sünde; sowohl in der Episode mit der Kupferschlange, als auch beim Streit mit den Pharisäern nach der Rettung der Ehebrecherin. Durch sein Kreuz hat Jesus unsere Sünden also das „Gift“ und den „Hass“ des Teufels vernichtet. Das Kreuz Jesu ist der Maßstab der wahren Liebe, die mit uns allen Mitleid hat und uns alle annimmt, ohne uns zu verurteilen. Das Kreuz rechtfertigt uns vor Gott und schenkt uns die Gotteskindschaft wieder. Deshalb: Im Kreuz ist unser Heil!

 

Herr Jesus Christus, wir beten Dich an und preisen Dich! Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst!

 

Ihr Kaplan Witold Wójcik


Tagesimpuls 30.03.2020

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie. (Joh 8,7) Diesen berühmten Satz Jesu hören wir im heutigen Evangelium. An anderer Stelle sagt Jesus: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! (Mt 7,1) Und er fährt fort: Denn wir ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und mit dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt wird euch zugeteilt werden. (Mt 7,2) Wenn wir über andere schlecht reden oder denken, werfen wir einen „Stein“. Die Fastenzeit ruft uns, wie ich schon mehrmals gesagt habe, zur Umkehr. Fragen wir uns heute: Wie rede oder denke ich über den anderen? Versuche ich, ihn und seine Fehler bloß zu stellen?
Von sich selber sagt Jesus: Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt gerettet wird. (Joh 3,17) Diese Rettung vollzieht sich an Ostern. Christus stirbt für uns Sünder. Am Ende des heutigen Evangeliums sagt Jesus zu der Sünderin: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von nun an nicht mehr! (Joh 8,11) Vertrauen wir uns Jesu Barmherzigkeit an und bitten ihn darum, dass wir umkehren können.

Kaplan Johannes Rödiger


Tagesimpuls 29.03.2020

 

Liebe Gemeinden, liebe Brüder und Schwester in Christus,

wir haben heute schon den fünften Fastensonntag. Den größten Teil der Fastenzeit haben wir schon hinter uns. In einer Woche ist schon Palmsonntag. Was sagen uns die Lesungen, die heute in den Messen in der ganzen Welt vorgelesen werden? Sie reden vom Geist Gottes, vom Geiste Jesu Christi und von der Auferweckung des Lazarus. Beim Propheten Ezechiel lesen wir, dass wir mit dem Geist Gottes erfüllt werden, damit wir leben können. Den Geist Gottes brauchen wir jeden Tag. Unser Geist schwindet manchmal , manchmal verzagt oder verliert er die Kraft und die Hoffnung. Gottes Geist ist stark wie ein Felsen. Keiner kann ihn besiegen. Dieser Geist Gottes will mir ein neues Leben schenken. Er gibt mir die Kraft, in den Schwierigkeiten und Problemen standhaft zu bleiben. Da, wo ich vielleicht verzweifle oder die Hoffnung verliere. Er wird mich stärken und trösten.

Das Evangelium spricht von der Auferweckung des Lazarus. Jesus tut ein Wunder. Der Tote Lazarus, sein Freund, wird auferweckt. Er kommt zu den Lebenden zurück. Wir können sagen: Ein großes Wunder! Unglaublich! Wir wissen aber, dass der auferweckte Lazarus später wieder sterben musste. Christus hat die Macht über jeden Tod. Auch über den physischen Tod. Aber Er ist nicht hauptsächlich deswegen auf die Erde gekommen, um uns das physische Leben hier auf der Erde unendlich zu verlängern. Er ist gekommen, um durch seinen Tod und seine Auferstehung den Tod zu besiegen; jeden Tod. Vor allem den Tod, den die Sünde verursacht. Die Sünde trennt uns von Gott, von den Menschen und von uns selbst.

Diese Worte: „Lazarus, komm heraus!,“ richtet Jesus an jeden von uns. Jeden Tag - auch heute. Er ruft dich und mich bei unserem Namen und sagt: N., komm heraus aus deinem Grab! Komm heraus aus deiner Verzweiflung, aus deiner Ohnmacht, aus der Dunkelheit der Ausweglosigkeit, in der du dich befindest! Komm heraus! Ich, Christus, habe die Macht dich wieder zum Leben zu führen. Ich habe die Macht dich wieder mit Freude und Liebe zu erfüllen.

 

Lazarus, komm heraus!

 

Pfr. Marek Malesa


Tagesimpuls 28.03.2020

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Prophet sein ist keine einfache Sache. Jeremia muss die Dinge beim Namen nennen und auf Missstände hinweisen und vieles erleiden. Wie verständlich wäre es da für ihn, wenn er nicht prophetisch reden würde, wenn er sich selbst in Sicherheit brächte. Aber Jeremia vertraut auf den Herrn! Er vertraut der Zusage Gottes bei seiner Berufung: „Fürchte Dich nicht, ich bin mit dir, um dich zu retten.“

Wir Menschen heute erleben auch ausweglose Situationen in unserem Leben, schwere Stunden, Schwierigkeiten, die wir bestehen müssen. Jeremia könnte uns Vorbild sein und helfen, im Vertrauen auf Gott unsere schweren Zeiten zu meistern. Tief in seinem Herzen weiß Jeremia, dass Gott ihn nicht allein lässt, auch wenn alles ausweglos scheint. Ihn trägt durch Höhen und Tiefen die Zusage Gottes bei seiner Berufung.

Dieses tiefe Gottvertrauen wünsche ich auch uns! Vertrauen wir Gott, dass er auch unser Leben begleitet und zu uns spricht: Ich bleib an deiner Seite! Fürchte Dich nicht, ich bin mit dir!

 

Ihre Birgitta Protzky, Gemeindereferentin


Tagesimpuls 27.03.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

an diesem Freitag lesen wir weiter im Johannesevangelium (Joh 7, 1-2.10.25-30), das uns bis zu der Karwoche begleiten wird. Der Text erzählt uns, wie sich die Ersten des auserwählten Volkes schwertun, in Jesus den Messias Gottes anzuerkennen und wie sie aufgrund seiner „Anmaßung“ bereit sind, Ihn zu töten. Das sorgt bei den einfach gläubigen Juden für eine große Verwirrung. Einerseits sehen sie die Zeichen und Wunder, die Jesus tut und die auf keine rationelle Weise zu erklären sind. (Nur die göttliche Macht ist imstande, solche Taten zu vollbringen). Anderseits sind die Führer des Volkes – Priester, Pharisäer und Schriftgelehrte – also die Autorität der damaligen Zeit im ständigen Streit mit Jesus, in dem sie seine Messianität in Frage stellen und sogar sein Verhalten als Gottes Lästerung bezeichnen und als teuflische Macht deuten. Natürlich muss die Schlussfolgerung für sie nur die eine sein: Er muss sterben! Das sorgt für Zweifel und Unsicherheit beim Volk und für Fragen: Wer hat Recht? Auf wen soll man hören? Wem soll man glauben? Wie geht es weiter? usw.

Die heutige Zeit unterscheidet sich nicht viel von der Damaligen. Auch heute ist die Gottesfrage aktuell. Auch heute lässt sich Gott nicht so einfach erkennen. Natürlich könnte Er sich heutzutage einfach erkennen lassen und uns dazu zwingen, an Ihn zu glauben. Aber auch heute macht Er es nicht so. Vielmehr hat Er einen anderen Weg gewählt, um uns von seiner Existenz zu überzeugen. Dieser Weg ist der Weg des Glaubens. So respektiert Er unsere Freiheit. Er hat uns frei geschaffen und nimmt sie uns in keiner Weise, damit wir mit unserer freien Entscheidung auf seinen Ruf antworten dürfen. Er lässt auch den Zweifel zu, damit unser freier Wille sich Ihm ohne Zwang zuwenden und immer mehr diese Zuversicht gewinnen kann, dass Gott der „Ich-bin-da“ für Dich ist.

Herr, Jesus Christus, wir rufen zu Dir und bitten Dich heute mit den Worten des Evangelium: »Ich glaube; hilf meinem Unglauben« (Mk 9, 24)

 

Ihr Kaplan Witold Wójcik


Tagesimpuls 26.03.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

Im heutigen Evangelium hören wir, wie Jesus mit denen spricht, die nicht an ihn glauben. Er sagt: Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt? (Joh 5, 44) Wir befinden uns in der österlichen Bußzeit, einer Zeit der Umkehr. Umkehr heißt, sich Gott zu zuwenden. Fragen wir uns heute: Wessen Ehre suche ich? Vielleicht hat das Wort Ehre heute keine große Bedeutung mehr. Wir können die Frage auch einfacher stellen: Wem möchte ich gefallen: Gott oder Menschen? Stellen wir uns im Alltag aber auch bei den großen Entscheidungen unseres Lebens diese Frage: Wie kann ich Gott gefallen? Oder anders ausgedrückt: Was gefällt Gott?

Gerade Ostern zeigt uns Gottes bedingungslose Liebe zu uns Menschen. Jesus stirbt für uns am Kreuz, zur Vergebung unserer Sünden. Auch wenn wir wegen der Corona-Pandemie die gemeinsamen Bußgottesdienste und Beichtgelegenheiten absagen mussten, bleibt die Einladung, das Sakrament der Versöhnung zu empfangen. Nehmen wir für uns heute die Frage mit in den Tag: Wem will ich gefallen: Gott oder den Menschen?

 

Kaplan Johannes Rödiger


Tagesimpuls 25.03.2020

 

Liebe Gemeinden, liebe Brüder und Schwester in Christus,

Heute feiern wir die Verkündigung des Herrn. Es ist ein Hochfest. Es ist in Mitten der Fastenzeit ein Lichtblick; eine Freude. Da hat die Heilsgeschichte mit dem Sohn Gottes auf der Erde begonnen. Heute wird Jesus im Schoß Mariens empfangen. In neun Monaten, in der Heiligen Nacht, vom 24. auf den 25. Dezember, wird er geboren. Der Erzengel Gabriel kommt nach Nazareth zu einer jungen Frau, die Maria heißt, und sagt ihr, dass sie den Sohn Gottes empfangen und gebären wird. Sie antwortet ihm „Ja“. Sie sagt „Ja“ zum Unbekannten. Sie sagt „Ja“ zum Willen Gottes, den sie nicht versteht, den sie nicht begreift. Sie sagt „Ja“ zu Gott. Ja, ich mache mit – sagt sie. Ja, dein Wille geschehe. Dein Wille und nicht mein Wille. Nicht das, was ich will, sondern, dass was du Gott willst, soll geschehen. Auch wenn meine Pläne, meine Vorstellungen dadurch durchkreuzt oder zerstört werden sollten. Ich sage „Ja“. In meinem Leben, in mir, in meiner Geschichte. Ohne das „Ja“ Mariens: kein Jesus auf der Erde. Ohne das „Ja“ Mariens: keine Vergebung der Sünde. Ohne das „Ja“ Mariens: keine Eucharistie. Ohne das „Ja“ Mariens: kein Immanuel – kein Gott mit uns.

 

Ich hoffe, dass Gott uns allen diese Gnade schenkt, Ihm in unserem Leben zu seinem Wort und zu seinem Willen „Ja“ zu sagen. Sein Wille soll geschehen. Und welcher ist sein Wille? Gott will, dass Sein Sohn, Jesus Christus, wie in Maria auch in mir und in dir empfangen und geboren werden kann. Er in dir. Er möchte in uns leben, er möchte mich und dich mit seinen Gnaden beschenken, mit seiner Liebe. Ab diesem Moment, wo wir wie Maria „Ja“ sagen, wird keiner von uns mehr allein sein. Keiner! Jesus ist mit dir. Jesus ist bei dir. Auch wenn du allein bist, verlassen von Anderen, vergessen von deinen Nächsten, verzweifelt, enttäuscht, so bist du dennoch nicht allein. Er ist bei dir! Er ist mit dir! Du brauchst dich nicht zu fürchten!

 

„Der Engel brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geist …“

 

Pfr. Marek Malesa


Tagesimpuls 24.03.2020
  
Im heutigen Evangelium Joh 5,1–16 geht Jesus nach Jerusalem. Dort gibt es einen Teich Betesda zu dem 5 Säulenhallen gehören. Viele Kranke, darunter Blinde, Lahme und Verkrüppelte liegen dort und wollen beim Aufwallen des Teiches als Erste hinein, um Heilung zu erfahren. Dort sieht Jesus einen Mann liegen, der schon 38 Jahre vergebens versucht, der Erste zu sein. Jesus fragt ihn „Willst du gesund werden?“ Natürlich will er das. Er hat aber keinen Menschen, der ihm hilft. Jesus sagt zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und geh! Sofort wurde der Mann gesund. In der Begegnung mit Jesus findet der Kranke Hilfe und Geborgenheit. Jesu Wort wird für ihn das heilende Wasser. In unserem Land und auf der ganzen Welt gibt es viele Kranke, in dieser Zeit denken wir an die Corona- Infizierten. Wir wünschen, dass Jesus auch sie fragt und dann sagt: Steh auf und geh!
Wie ist das Evangelium zu verstehen? Es gehört zu den Wunderheilungen, die uns etwas über Jesus und seine Beziehung zu uns sagen wollen: Jesus sucht Begegnung mit den Menschen. Er sieht, spricht an, stärkt und heilt. Durch die Bibel, die Schöpfung oder andere Menschen können wir ihn hören und seine Zuwendung erfahren. Denn auch heute will er stärken und aufrichten. Welches heilende Wort Jesu gibt Ihnen Kraft?

Seien Sie und alle, die Ihnen anvertraut sind, weiterhin behütet!


Ihre Birgitta Protzky, Gemeindereferentin


Tagesimpuls 23.03.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

in der Wortliturgie des heutigen Tages begegnet uns das Johannesevangelium, das uns von der Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten berichtet (Joh 443-45). Diese Heilung geschieht auf eine ähnliche Weise wie die Heilung des Dieners eines Hauptmanns in Kafarnaum. In beiden Fällen trifft Jesus nicht physisch die Kranken, sondern Er heilt sie von einer Entfernung. Aber diese zwei Wunder verlangen den Glauben bei denen, die darum bitten (sowohl beim königlichen Beamten, der für seinen kranken Sohn eintritt, als auch beim Hauptmann, der um die Heilung seines Knechtes bittet). Und der tiefe Glaube der beiden, die in Jesus den wahren Messias erkannt haben, bewegt das Herz Jesu, der ohne Zögern auf einen solchen Glauben antwortet: »Geh, dein Sohn lebt!« (Joh 450), und «Geh! Es soll geschehen, wie du geglaubt hast« (Mt 813).

Die Definition eines solchen Glaubens finden wir in der Jerusalemer Bibel in der Fußnote des achten Kapitels vom Matthäusevangelium: »Der Glaube ist eine Bewegung des Vertrauens und der Hingabe, in welcher der Mensch darauf verzichtet, sich auf seine eigenen Gedanken und Kräfte zu verlassen, und sich dem Wort und der Macht dessen anvertraut, an den er glaubt« (Fußnote von Mt 810). So sehen wir, dass der Glaube nicht nur mit dem rationalen Denken zu tun hat, aber dass er vor allem eine Begegnung unseres Herzens ist, die uns erlaubt, unser Vertrauen, unsere Hingabe, unsere Kräfte und unsere Gedanken an den zu richten, der zwar unseren Augen unsichtbar ist, aber uns immer nahe steht. Seine Liebe wartet heute darauf, dass wir uns Ihm anvertrauen.

Herr, Jesus Christus, stärke unseren Glauben!

 

Ihr Kaplan Witold Wójcik


Tagesimpuls 22.03.2020

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
Im heutigen Evangelium des Blindgeborenen (Joh 9) begegnet uns eine Frage: Wer hat gesündigt er oder seine Eltern? Diese Frage stellen die Jünger Jesus angesichts der Blindheit eines Mannes. Dahinter steht das alte Gottesbild vom strafenden Gott. Gott der die Krankheiten als Strafe schickt. Jesus antwortet aber: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden. (Joh 9, 3)
Daraufhin heilt Jesus ungefragt den Blinden. Im Folgenden sieht sich der Geheilte einer Reihe von Fragen ausgesetzt. Bist du überhaupt wirklich der Blinde, der bettelte? Wie wurdest du geheilt? (Joh 9, 10) Was sagst du über ihn, der dir die Augen geöffnet hat? Sogar seine Eltern werden befragt. Der Geheilte wächst im Glauben. Zunächst antwortet er auf die Frage, wer ihn geheilt hat: Der Mann, der Jesus heißt (Joh 9, 11), dann: Er ist ein Prophet (Joh 9, 17) und schließlich antwortet er auf die Frage Jesu: Glaubst du an den Menschensohn? (Joh 9, 35) Ich glaube Herr (Joh 9, 38).
Die Evangelien der Fastenzeit im Lesejahr A stehen im Zusammenhang mit der Hinführung zur Taufe und der Taufe selbst. Der Geheilte durchläuft einen Weg. Zunächst weiß er nicht viel oder vielleicht gar nichts von Jesus. Am Ende steht sein Bekenntnis. In jeder Osternacht wird das Taufversprechen erneuert. Uns wird die gleiche Frage gestellt: Glaubt ihr an Jesus Christus? Auch wenn wir in diesem Jahr nicht gemeinsam unser Taufversprechen erneuern können, bleibt die Frage. Die Antwort geben wir mit unserem Leben.
Genau zu dieser Frage, ob wir an Jesus glauben, gehören auch die Fragen nach Leid, Krankheit und Tod. Gott will nicht das Leiden und die Krankheit, aber er lässt sie zu und zeigt in ihnen sein Wirken. Das scheint, ein Paradox zu sein. Aber Jesus selber ist diesen Weg durch das Leiden und das Kreuz zum Ostermorgen der Auferstehung gegangen.
In der Urkirche wurden die Getauften die Erleuchteten genannt. Bitten wir den Herrn, dass er unsere Blindheit heile, damit wir Sein Wirken und Seine Herrlichkeit in unserem Leben sehen.

 

Kaplan Johannes Rödiger


Tagesimpuls 21.03.2020

 

Liebe Gemeinden, liebe Brüder und Schwester in Christus,

In der der ersten Lesung aus dem Buch Hosea lesen wir heute, dass Gott Wunden gerissen hat und sie auch heilen wird: "er hat verwundet, er wird auch verbinden“. (Hos 6, 1) Ein starkes Wort, das Gott heute an uns richtet. Es ist wahr, es ist ein starkes Wort, aber gleichzeitig ein Wort voller Hoffnung. Es gibt einen Ausweg aus der ausweglosen Situation. Es gibt ein Licht nach der dunkelsten Nacht. Das Leben ist stärker als jeder Tod. Gott ist stärker als alles. Wir sind eingeladen ihm zu vertrauen, auf ihn zu bauen. Er wird uns nicht enttäuschen.

Diese Zeit ist bestimmt für uns alle sehr schwierig, sehr schmerzhaft, erfüllt von Unsicherheit, Angst, vielleicht auch von Zweifeln. Dieses Jahr hat Gott für uns in dieser Form (mit dem Coronavirus) die Fastenexertizien vorbereitet. Das ist unsere Vorbereitung auf das Osterfest, das wir nicht zusammen feiern werden können. Zum ersten Mal in unserem Leben! Wir werden diese Zeit durchstehen müssen. Allein, einsam, mit Angst, aber gleichzeitig in Hoffnung und im Glauben. Christus hat schon das alles durchgemacht. Er war auch verlassen, einsam, voll von Angst, mit Todesfurcht. Am Ende hat auf ihn aber die Auferstehung gewartet, das ewige Leben. Das werden wir auch erfahren. Das Leben hat den Tod besiegt! Der Siegreiche Christus ist da, bei jedem von uns. Er lässt keinen von uns allein!

 

Pfr. Marek Malesa


Tagesimpuls 20.03.2020

 

Liebe Gemeinde,

ein Satz in der heutigen Lesung (Hos 14,6) hat mich besonders angesprochen: „Ich werde für Israel da sein wie der Tau, damit es aufblüht wie eine Lilie und Wurzeln schlägt wie der Libanon.“

Ja, manchmal sagt ein funkelnder Tautropfen auf einer schlichten Blume mehr über Gott und unsere Welt aus als viele Worte. Dann hat der Wassertropfen, der der Blume Leben bringt, auf einmal eine Botschaft für uns.

Und diese heißt: So ist Gott, er ist da und stärkt.

Die Situationen, in die diese Botschaft hineingesprochen wird, sind unterschiedlich. Die Aussage aber ist immer die gleiche:

• In die eigenen Sorgen und die Sorge um andere Menschen,

• in den Schmerz von Enttäuschungen und Lebensbrüchen,

• in das Glück guter Beziehungen, guter Nachbarschaft,

• aber auch in die schmerzliche Leere, die Einsamkeit,

• in unsere Ängste und unsere Hoffnungen,

• in die Weite unserer Träume,

• in unseren Alltag, der von der Corona-Krise bestimmt ist und

von weltweiten Krisen sagt Gott: ICH BIN DA.

So wünsche ich uns für den heutigen Tag, dass Gott uns segne, stärke und die Augen unseres Herzens öffne, damit wir ihn hinter den Menschen und Dingen erkennen.

 

Ihre Birgitta Protzky, GR


Tagesimpuls 19.03.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

heute feiern wir mit der ganzen Kirche das Hochfest des heiligen Josef, des Bräutigams der Gottesmutter Maria und des Ziehvaters Jesu. Von ihm erzählt uns die Bibel ganz wenig. Aber er erscheint in entscheidenden Momenten des Lebens Jesu und Mariens, um an der Heilsgeschichte für die ganze Menschheit zu wirken und den kleinen Jesus und seine Mutter Maria zu beschützen. Die Evangelien berichten uns von keinem Wort, das er gesprochen hätte; ein schweigender Mann, aber mit einem offenen Ohr für das Wort, das von Gott kommt. Und das ist ein Wort für uns! Der heilige Josef lädt uns ein, besonders jetzt, in dieser schweren Zeit, mehr auf Gottes Wort zu hören, das uns tröstet, das Hoffnung gibt und versichert, dass Gott der Herr unserer Geschichte und der der ganzen Welt ist.

Der heilige Josef ist der Patron der gesamten Kirche; der Ehepaare und christlichen Familien; der Kinder, Jugendlichen und Waisen; der Jungfräulichkeit; der Arbeiter, Handwerker, Zimmerleute, Holzhauer, Schreiner, Ingenieure, Totengräber, Erzieher; der Reisenden; der Verbannten. Der Patron bei Augenleiden; in Versuchungen; in verzweifelten Lagen; bei Wohnungsnot; der Sterbenden und für einen guten Tod. Also er ist unser Patron in allen Lagen und Nöten unseres Lebens. Deshalb bitten wir heute um seine Fürsprache für uns und die ganze Welt, die jetzt besonders die Hilfe und das Erbarmen Gottes braucht. Heiliger Josef, bitte für uns und die ganze Welt!

 

Ihr Kaplan Witold Wójcik


Tagesimpuls 18.3.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

zwei Sätze aus der heutigen Lesung möchte ich kurz hervorheben. Hört, und ihr werdet leben (Dtn 4,1). Das Hören ist eine innere Haltung. Es setzt das Schweigen voraus. Denn nur wer schweigt, kann zuhören. Im Schöpfungsbericht im Buch Genesis heißt es: Gott sprach. Das Johannesevangelium beginnt mit den Worten: Im Anfang war das Wort. Und alles ist durch das Wort geworden. (Joh 1,1,3). Gottes Wort hat schöpferische Kraft und schenkt Leben. Ein Leben das über das Dahinleben zu einem Leben in Fülle führt. In diesen Tagen der österlichen Bußzeit lade ich uns ein, uns in die Stille vor Gott zu begeben. Beim Lesen des Wortes Gottes möchte Er zu uns sprechen. Lassen Sie uns mit dieser Offenheit auf ihn zu und hinhören, um zu leben.

Denn welche große Nation hätte Götter, die ihr so nah sind, wie Jahwe, unser Gott, uns nah ist, wo immer wir ihn anrufen? (Dtn 4, 7) Gott ist uns nahe. Vergessen wir das nie. Auch und gerade in Krisenzeiten ist Er uns nahe. Vereinen wir uns im Gebet, um zu Ihm zu rufen für die Welt und für uns.

 

Kpl. Johannes Rödiger


Tagesimpuls 17.03.2020

 

Liebe Gemeinden, liebe Brüder und Schwester in Christus,

In dieser Situation, wo wir uns miteinander in der Kirche nicht treffen können, nicht sehen können, nicht miteinander reden können, haben wir Priester uns zusammen mit der Gemeindereferentin, Frau Protzky gedacht, in einer neuen Form mit Ihnen zu kommunizieren. Wir werden hier solange dieser Ausnahmezustand andauert, täglich einen Kommentar zu den Tageslesungen schreiben. Wir hoffen, Ihnen und Euch auf diesem Weg ein „Wort“ für den Tag zu geben.

 

Heute, am Dienstag, den 17. März werden in der Kirche folgende Lesungen gelesen. Die erste Lesung aus dem Buch Daniel 3, 25. 34-43 und das Evangelium nach Matthäus 18, 21-35. Meiner Meinung nach ist die heutige Lesung aus dem Buch Daniel sehr aktuell. Dort lesen wir, dass das Volk Gott um sein Erbarmen bittet. Es ruft: „Versag uns nicht dein Erbarmen.“ (Dan 3, 35) Deinem Volk zu Liebe. „Wir haben in dieser Zeit weder Vorsteher noch Propheten und keinen der uns anführt.“ (Dan 3, 38) Wir sind allein. Wir sind einsam. Wir sind auf uns selbst gestellt. Vielleicht denkt auch der ein oder andere von uns: Gott tu was, mach was! Das kann so nicht sein! Was sind wir? Wir sind nicht aus Stahl. Wir sind nicht stark ohne Dich, lieber Gott. Wir verzweifeln. Wir gehen ein. Wir werden durch die Angst terrorisiert.

Aber der Prophet Daniel setzt weiter fort: „Denn wer dir vertraut, wird nicht beschämt.“ (Dan 3,40)

Und so können wir mit dem Propheten Daniel sagen: Gott, wir vertrauen Dir. Wir vertrauen Dir in dieser schwierigen Zeit, in dieser Angst, die uns vielleicht den Atem raubt, in dieser Dunkelheit, die kein Lichtblick durchzulassen scheint. Wir vertrauen auf Dich! Wir vertrauen auf Dich! Und du wirst uns nicht verlassen!

 

Pfr. Marek Malesa