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Motorradwallfahrt

1945 fand in Demmin der größte bekannte Massensuizid der deutschen Geschichte statt. Zwischen 900 bis über 1000 Personen (Dunkelziffer höher) sollen aus Angst vor weiteren Vergeltungen und Übergriffen nach einem Giftanschlag auf einen sowjetischen Offizier in die Peene oder die Tollense gegangen sein und sich das Leben genommen haben.

Mit einer Motorradwallfahrt wollten Soldaten aus dem Seelsorgebereich des Katholischen Militärpfarramtes Torgelow an dies Geschehen erinnern und dabei ins Gedächtnis rufen, was im ganz Konkreten geschehen kann, wenn sich Menschen von Feindbildern auf beiden Seiten vereinnahmen lassen. Denn nicht nur eine Seite war die schuldige! Am Ende kommt immer das Menschsein unter die Räder oder wie hier wörtlich, „geht den Bach runter“.

So trafen sich trotz des ungemütlichsten Tages der Woche am 16. Mai 2019 immerhin noch 18 von vorher 40 angemeldeten Motorradfahrern an der Vierecker Kirche. Nach einer geistlichen Einstimmung in der Kirche und anschließendem Frühstück im Pfarrhaus machten sich die Biker bei strömenden Regen auf den Weg nach Demmin.

Dort ging es zuerst in die evangelische Stadtkirche. Dort empfing uns Oberstabsfeldwebel a. D. Herbert Frank, pensionierter Soldat und Angehöriger der katholischen Kirchengemeinde von Demmin. Er führte durch die Kirchenarchitektur und erklärte uns allerlei Details zur Demminer Geschichte und zur dort vorhandenen Gedenkausstellung für die Opfer des Massensuizids.

Im Anschluss fuhr die Kolonne zur katholischen Kirche, wo bereits Pfarrer Mazur auf uns wartete. Zur Stärkung gab es für die Wallfahrer neben heißem Kaffee auch eine heiße Gulaschsuppe im Pfarrhaus.

Den geistlichen Abschluss dieser Fahrt hatte ich eigentlich an dem Gräberfeld auf dem Friedhof geplant. Aufgrund des Wetters machten wir diesen dann aber auf dem Pfarrhof. Danach setzte sich die Kolonne wieder in Richtung der Kasernen Torgelow, Viereck und Stettin in Bewegung.

Ein Kompliment an alle tapferen Biker, die sich durch das extrem ungemütliche Wetter nicht haben abschrecken lassen. Ein herzliches Dankeschön an Herbert Frank, die fleißigen Damen aus dem Pfarrhaus und an Pfarrer Mazur für alle Unterstützung.

 

Bernhard Trömer


Tagesausflug nach Stettin

Am 11. Mai 2019 fuhren 65 Gemeindemitglieder mit Gästen in die außergewöhnliche pommersche Hafenstadt Stettin. Mit Gebet und Gesang führte uns die Fahrt bei herrlichem Sonnenschein nach Stettin. Zuerst besuchten wir die Erzbischöfliche Basilika, die Jakobskathedrale. Hier erwartete uns die deutschsprachige Reiseführerin. Das Orgelkonzert, auf dieser großen besonderen Orgel in diesem Gotteshaus, beeindruckte uns sehr. Die Basilika wurde im zweiten Weltkrieg stark zerstört. Der Wiederaufbau fand in den 1970er Jahren statt. Der große Musiker Johann Carl Gottfried Löwe wirkte viele Jahre in dieser Kirche. Sein Herz ist in einer Urne hier beigesetzt. Eine folgende Stadtrundfahrt brachte uns die Sehenswürdigkeiten der schönen Stadt näher. Der Weg führte uns durch alte und neue Stadtviertel, wie das Pariser Viertel, herrliche Parkanlagen und endete an der Philharmonie. Das beeindruckende Dialogzentrum, „Umbrüche“ (Museum) im unterirdischen Teil des Solidaritätsplatzes, brachte uns die Geschichte der Aufstände 1970-1971 / 1980-1981 näher.
Ein leckeres Mittagsessen war in einem netten Restaurant vorbereitet. Anschließend führte ein kleiner Spaziergang zum Hafen. Mit einer einstündigen Fahrt auf der Oder machte uns der Kapitän auf das Schloss der Pommerschen Herzöge, den Siebenmantelturm, die Marineakademie, das Nationalmuseum und das Woiwodschaftsamt aufmerksam. An den Hakenterrassen entlang fand zu diesen Zeitpunkt die Veranstaltung „Picknick an der Oder“ statt.

Ein gelungener Tag klang im Herzen der Stadt - im „Cafe 22“ - aus. Eine wunderschöne Natur, viel Grün mit den verzweigten Armen der Oder und spektakuläre Gebäude ergaben ein herrliches Panorama bei dem Rundumblick im 22. Stockwerk. Ein schöner Tag, der noch lange im Gespräch bleiben wird, klang hier aus. Wir haben noch nicht alles erkundet. Vielleicht gibt es wieder einmal einen Gemeindeausflug ins Nachtbarland.

Ein großes Dankeschön an unseren Herrn Pfarrer für seine tolle Organisation des Ausfluges.


Gudrun Thiessen-Zeipelt